Kurdenpartei: Erdoğans Rede über Luftangriff ist „eine Schande“

Während Erdoğan die BDP bezichtigt, den Vorfall für eigene Propagandazwecke zu missbrauchen, kritisiert ihn die pro-kurdische Partei vom eigentlichen Thema abzulenken.

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Mit deutlichen Worten kritisierte der Vorsitzende der pro-kurdischen Friedens- und Demokratie Partei (BDP) Selahattin Demirtaş die Rede von Ministerpräsident Erdoğan am Dienstag. In seiner Rede hatte Erdoğan die BDP bezichtigt, den Tod der beim Luftangriff getöteten 35 Menschen für Propaganda-Zwecke zu missbrauchen.

„Ich habe mich geschämt, als ich mir die Rede des Ministerpräsidenten angehört habe“, zitiert die Tageszeitung Zaman  Demirtaş. In seine Reder hatte Erdoğan gesagt, die BDP würde den Vorfall alleine aus einem ethnischen Gesichtspunkt aus betrachten.

„Sie können den Vorfall nicht verdecken, in dem sie die BDP attackieren. Sie greifen die Partei an, in einer Zeit, in der 35 Menschen ums Leben gekommen sind. Als ob die BDP die Kriegsflugzeuge bestellt hätte“, richtete Demirtaş seine Worte an Erdoğan.

In seiner Rede hatte Erdoğan deutlich gemacht, der Vorfall würde das Vorgehen der Regierung gegen die PKK nicht aufhalten. Vielmehr müsse man aus den Fehlern der letzten Woche lernen, die Wunden heilen und dann mit aller Kraft weiter gegen die PKK vorgehen. „Die Terroristen werden wirkungslos gemacht, wo auch immer sie sein mögen, ob in den Bergen, im Land oder im Ausland”, so die Tagezeitung Hürriyet.

Bezüglich der Kritik der BDP sagte Erdoğan: „Den Vorfall so darzustellen, als habe der Staat sein eigenes Volk bombardiert, ist nichts anderes als der Versuch, die Einheit zwischen Staat und Nation zu zerstören. Diejenigen, die sogar Beerdigungen als „kurdisch” oder „türkisch” bezeichnen, folgen dem Pfad des Teufels”, so der Ministerpräsident.

Außerdem stellte er die Frage, ob man jemals die Terrororganisation für den Vorfall verantwortlich gemacht hätte. Er fügte hinzu, dass manche Medien die Darstellung des Vorfalls manipuliert hätten. Außerdem wolle die AKP einen Gesetzesantrag sellen, nachdem Molotov Cocktails, die regelmäßig auf kurdischen Demonstrationen eingesetzt werden, unter das Waffengesetz fallen.

Letzten Mittwoch waren 35 Menschen nach Angaben der Regierung versehentlich ums Leben gekommen. Bei ihnen handelte sich um Schmuggler, die für PKK-Mitglieder gehalten worden waren. Die Regierung hat zugesagt, den Familien Entschädigung zu zahlen. Das Militär hatte gesagt, es habe den Luftangriff aufgrund von Informationen des Geheimdienstes gestartet.

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