Deutschland: Import türkischer Autoteile in Milliardenhöhe

Alleine 2011 hat die Türkei um 27 % mehr Autoteile nach Deutschland geliefert als im Jahr zuvor. Das entspricht einem Gesamtwert von mehr als drei Milliarden Dollar. Doch die Abhängigkeit von Europas Wirtschaftslage insgesamt zwingt die Türkei nun verstärkt in neue Auto-Märkte: Russland und Südafrika.

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Türkische Autoteile sind mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Automobilindustrie. Die türkische Autoindustrie hat 2011 Waren im Wert von rund 3,04 Milliarden US-Dollar nach Deutschland exportiert. Das ist eine Steigerung um stolze 27% von den 2010 exportierten 2,4 Milliarden Dollar. Im Vergleich: Die Türkei hatte 2011 Autoteile im Wert von 2,57 Milliarden Dollar nach Frankreich und 2,25 Milliarden Dollar nach Italien geschifft.

Insgesamt lagen die türkischen Auto-Exporte 2011 weltweit bei etwa 20,4 Milliarden Dollar. Doch die derzeitigen Wirtschaftsaussichten stimmen die türkischen Produzenten eher nachdenklich, denn schon 2011 sind die Auto-Exporte nach Portugal um 23% eingebrochen. Die EU-Krisenländer Spanien, Griechenland oder Italien versprechen für 2012 wohl auch keine großen Wachstumsmöglichkeiten.

Die türkische Autoindustrie plant daher schon einen Schritt weiter: „72% aller türkischen Auto-Exporte landen am europäischen Markt. Dieser wird in diesem Jahr – im besten Fall – um 1,4% schrumpfen“, sagt Orhan Sabuncu, Vorsitzender der Vereinigung der Exporteure in der Automobilindustrie (OIB), der Hürriyet. „Die Türkei möchte daher mögliche Rückgänge durch eine stärkere Expansion nach Russland und Südafrika ausgleichen.“

Schon im vergangenen Jahr sind die Auto-Exporte nach Russland von 676 Millionen Dollar um 37% auf 927 Millionen Dollar gestiegen. „Ich gehe auch davon aus, dass Russland die Steuern auf türkische Automobilprodukte senken wird, da Russland auch bald ein Vollmitglied der Welthandelsorganisation sein wird“, meint Sabuncu.

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