Archäologen finden älteste türkische Skelette

In Anatolien haben Archäologen intakte Skelette der Vorläufer der Türken gefunden. Es muss sich bei den Funden um Knochen von muslimischen Nomaden handeln.

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Bei Ausgrabungen haben Archäologen der Universität Istanbul einen Friedhof mit insgesamt 99 Gräbern aus dem 11. und 12. Jahrhundert ausfindig machen können. Dort waren Menschen nach islamischem Ritus beerdigt worden. Der Friedhof befindet sich auf einem Gebiet, in dem auch Ruinen gefunden wurden, die in die hellenistischen und persischen Zeit datiert werden. Die Ruinen lassen sich entsprechend ihres Erbauungsdatums in drei Schichten unterteilen.

In der dritten, d.h. untersten Schicht, wurden Gräber sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen gefunden. Die Richtung, in der die Toten beerdigt worden waren, zeigt Ähnlichkeit mit dem islamischen Beerdigungsritual. Aus diesem Grund schließen die Archäologen darauf, dass es sich bei den Menschen um Muslime gehandelt haben muss.

Unter anderem stießen die Forscher auf ein intaktes Skelett eines Mädchens, das ebenfalls nach islamischem Ritus beerdigt worden war. Neben dem Skelett eines Mädchens wurde auf der Höhe der Ohren erhaltene Ohrringe aus Bronze gefunden sowie eine Anstecknadel. Erste Untersuchungen ergaben, dass diese Art von Ohrring ein islamisches Kunsthandwerk ist, aber bis zu dem Zeitpunkt noch nicht in Anatolien vorgekommen ist.

Der genaue Fundort befindet sich 25 Kilometer südwestlich von der Stadt Amasya, zwei Kilometer nördlich des Flusses Çekerek und in dem Dorf Oluz Höyük, westlich der Geldingen Ebene.

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