Türkei: Verlängerung der Schulpflicht auf zwölf Jahre

Zwölf Jahre Schulpflicht als bisher acht Jahre: Das sind sogar drei Jahre länger als Schüler in Deutschland die Schulbank drücken müssen und eine Erhöhung um ein ganzes Drittel.

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Wie türkische Medien berichten, soll das Schulsystem in der Türkei reformiert werden. Anstelle der acht Jahre Schulpflicht soll eine Pflicht-Schulbildung von drei Mal vier Jahren eingeführt werden. Die Schulpflicht soll damit auf insgesamt 12 Jahre erhöht werden. Der vom Bildungsausschuss vorbereitete Gesetzesentwurf soll in den nächsten Tagen dem Parlament vorgelegt werden. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, ist allerdings nicht bekannt.

Die neue Regelung sieht vier Jahre Grundschule, vier Jahre Mittelschule und vier Jahre höhere Schule vor. Schüler haben nach den jeweiligen Abschnitten die Wahl, ob sie auf der Schule bleiben oder ihre Schulbildung auf einer anderen Schule weiterführen wollen.

Außerdem soll in dem Gesetz der vor einigen Monaten gefällte Beschluss verankert werden, dass alle Schüler die gleichen Chancen auf einen Universitäts- und Ausbildungsplatz haben. Bislang führte ein bestimmter Rechnungsquotient dazu, dass es besonders Schüler religiöser Schulen, sogenannte İmam Hatip Schulen, schwerer hatten, die Punktzahl für eine weiterführende Ausbildung zu erhalten. Nach 13 Jahren ist das Gesetz nun aufgehoben worden.

1997 hatte die letzte Reform des Schulwesens stattgefunden. Damals war unter Mesut Yılmaz die acht jährige Grundschulpflicht eingeführt und die sogenannte Mittelschule abgeschafft worden. Schüler konnten danach die höhere Schule, das Lise, besuchen.

Das System verlängerte zwar zum einen die Schulpflicht um drei Jahre, verhinderte aber vor allem, dass Schüler früh an die İmam Hatip Schulen gingen.

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