Mersin: Erstes alevitisches Gebetshaus offiziell anerkannt!

Zum ersten Mal in der Türkei hat ein Bezirksparlament die Gebetshäuser der Aleviten offiziell anerkannt. Zum einen wird damit der Pluralismus anerkannt, zum anderen bedeutet das finanzielle Unterstützung.

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Das Bezirksparlament der südtürkischen Stadt Mersin hat die Gebetshäuser der Aleviten, die sogenannten Cemevleri, offiziell als Glaubens- und Gebetszentren anerkannt. Das bedeutet konkret, dass sie zukünftig für Reparaturen, Strom oder sonstige ständige Ausgaben aufkommen werden.

Der Leiter des Alevitischen Kulturvereins in Mersin, Suat Yıldız, hatte diesbezüglich einen Antrag Ende Oktober letzen Jahres eingereicht. Darin hatte er erklärt, es sei sehr schwer, die anfallenden Kosten alleine durch Monatsbeiträge und Spenden zu finanzieren.

Der Antrag wurde daraufhin von dem Abgeordneten der MHP, Fahrettın Kılınç und Hüseyin Yıldırım von der CHP am 1. November der zuständigen Kommission vorgelegt. Die fünf köpfige Kommission hatte daraufhin zu gestimmt, dass die alevitischen Gebetshäuser Geld aus dem Kultur- und Tourismus-Fond erhalten sollen und dass der Antrag dem Bezirksparlament vorgelegt werden kann. Die bei der Abstimmung anwesenden 58 von 60 Abgeordneten der Parteien CHP, MHP, Ak Parti und BDP stimmten alle für den von der CHP und MHP eingereichten Antrag.

„An erster Stelle bedanke ich mich bei der CHP, MHP, Ak Parti und BDP bedanken. Der Antrag wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Bereits in Izmir hat man schon einmal versucht, einen Schritt in diese Richtung zu gehen. Der Versuch scheiterte allerdings. Wir respektieren jeden Glauben und möchten auch akzeptiert werden“, zitiert die Tageszeitung Radikal Suat Yıldız.

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