Mega-Drogenfund: 1,3 Tonnen Marihuana in Südost-Türkei aufgespürt

Die türkische Polizei hat am vergangenen Freitag bei großangelegten Razzien an zehn verschiedenen Orten in der südöstlichen Provinz Diyarbakır insgesamt 1,330 Kilogramm Marihuana sichergestellt.

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An den Razzien nahmen auch Spezialkräfte und Kommandos teil. Unterstützt wurden sie dabei, so heißt es in den türkischen Medien, von Hubschraubern und Kanonenbooten. Die ebenfalls mitgeführten Drogenspürhunde entdeckten schließlich 1,3 Tonnen Marihuana, das in Nylon-Strümpfen gehüllt in Container versteckt waren. Der Marktwert der aufgespürten Drogen wird auf rund drei Millionen türkische Lira geschätzt. Im Zuge der Verhaftungen wurde eine Person festgenommen. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird derzeit gefahndet.

Immer wieder riesige Drogenfunde in Diyarbakır

Von offizieller Seite wird der Drogenfund als empfindlicher Schlag gegen die Finanzen der Terrororganisation PKK gewertet. Operationen in dieser Gegend sind immer wieder erfolgreich. Immerhin gilt die Türkei als wichtiges Transitland für den Drogenschmuggel von Asien nach Westeuropa. So gelang etwa im März 2010 ein ähnlich umfangreicher Fund. Damals konnten 8,5 Tonnen Haschisch sichergestellt werden. Schon zu dieser Zeit gab es in den vergangen vier Jahren etwa 100.000 Festnahmen wegen Drogendelikten.

Erst Ende der vergangenen Woche hatte Ria Oomen-Ruijten, Mitglied des EU-Parlaments,  Hilfe für die Türkei im Kampf gegen den Terrorismus verlangt. In ihrem Entwurf zum Türkei-Bericht des Europäischen Parlaments forderte sie die europäischen Mitgliedsstaaten zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Türkei auf. Im Blick hat die EU-Politikerin dabei unter anderem die Auslieferungsgesuche der Türkei gegen im europäischen Ausland inhaftierte PKK-Mitglieder (daneben fordert Oomen-Ruijten einen besseren Informationsaustausch zwischen der Türkei und der EU über PKK-Aktivitäten – mehr hier).

Auswärtiges Amt überarbeitet Reise- und Sicherheitshinweise

Am 7. Januar 2012 hat das Deutsche Auswärtige Amt zudem seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei aktualisiert. Dort heißt es: „Seit Mitte Juli 2011 kommt es wieder verstärkt zu Anschlägen gegen türkische Sicherheitskräfte sowie Militär- und Polizeieinrichtungen durch die als Terrororganisation gelistete PKK, vor allem im Südosten des Landes. In einer Erklärung der PKK-nahen Organisation „Freiheitsfalken Kurdistan“ (TAK) vom 22.08.2011 heißt es, dass auch auf Zivilisten und Touristen keine Rücksicht genommen werde. Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von Anschlägen militanter Gruppierungen in der Vergangenheit auch gegen nicht-militärische Ziele, u.a. in Istanbul, muss in allen Teilen der Türkei weiterhin grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.“ Ausdrücklich wird auch vor Abstecher in den Osten und Südosten gewarnt: „Reisen in diesen Landesteil sind daher mit einem deutlich erhöhten Risiko behaftet.“

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