Japan und Türkei planen Atomkraft-Deal

In Sachen Atomkraft setzt die Türkei auf Japan. Schon in den kommenden Monaten soll ein Vertrag zur weiteren Zusammenarbeit unterzeichnet werden. Befürchtungen, es könne eine Atomkatastrophe wie in Fukushima geben, hat die Türkei offenbar nicht.

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„Im Frühling könnte ein Vertrag zur Atomkraft-Zusammenarbeit unterzeichnet werden“, erklärte Außenminister Davutoglu im Interview mit der japanischen Wirtschafts-Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“. Zur Besprechung des Themas sei schon ein Besuch in Japan geplant, bei dem die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern noch weiter verbessert werden sollten.

Dabei betonte er, die Türkei garantiere eine friedliche Nutzung der Atomkraft. Zum Vorhaben Japans in der Türkei Atomkraftwerke zu bauen, sagte er „Wir vertrauen der japanischen Technologie und ihrer Sicherheit“. Die Verhandlungen mit Japan sind nicht neu (auch südkoreanische Firmen sind im Gespräch – mehr dazu hier). Aufgrund des verheerenden Tsunamis im März 2011 und der damit einhergehenden Atomkatastrophe in Japan wurden die Gespräche zunächst auf Eis gelegt.

Das Atomkraft-Vorhaben der Türkei wird sowohl international als auch innerhalb des Landes heftig kritisiert. Die Türkei ist wie Japan ein Erdbebengebiet. Wichtiger ist der Türkei nun allerdings die Unabhängigkeit im Energiesektor. Mehr als die Hälfte des Energiebedarfs wird aus dem Ausland bezogen (mit Russland kam es wegen den erhöhten Erdgaspreisen zu Spannungen – mehr dazu hier). Mit eigenen Kernkraftwerken würde sich dieses Problem erübrigen.

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