Türkei: Schwangere „Elfjährige“ ist 17

Die Schwangerschaft eines elfjährigen Mädchens löste in der Türkei eine riesige Diskussion aus. Familienministerin Sahin nahm jetzt die werdende Mutter in Schutz und betonte, sie könne nicht erst elf sein, sondern schon 17.

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„Was ich von dem Mädchen gesehen habe, die Bilder und das, was ihre Mutter über sie sagt, zeigt, dass sie auf keinen Fall elf sein kann. Wäre sie elf, wäre das erschreckend und so etwas könnte man nicht akzeptieren“, erklärte Familienministerin Fatma Şahin.

Das auf dem Pass elfjährige Mädchen wurde vergangene Woche ins Krankenhaus eingeliefert. Sie ist im achten Monat schwanger (die Mitarbeiter im Krankenhaus ließen sie trotz ihres Alter wieder gehen – mehr hier). Als der Fall ans Licht kam, gab es eine Welle der Empörung in der Türkei (das Gesundheitsministerium ermittelt bereits – mehr hier).

Die Ministerin gab an, mit der jungen werdenden Mutter selbst gesprochen zu haben. Das Mädchen selbst habe ihr gegenüber beteuert in Wirklichkeit 17 zu sein, berichtet der türkische Nachrichtensender NTV“. 

„Im Osten und Südosten ist das ein großes Problem. Die Kinder vieler Familien werden erst sehr spät oder alle Kinder werden einfach gemeinsam angemeldet.“ Das Mädchen erlebe nun die Konsequenzen dieses Verhaltens und dabei gehe es ihr sehr schlecht, so Şahin (viele Türken, denen es genauso erging, haben am 1.1. Geburtstag – mehr dazu hier). Ein weiteres Problem sei, dass es Gang und Gebe sei nur religiös zu heiraten. In diesem speziellen Fall sei man bemüht, die standesamtliche Heirat des jungen Paares schnell einzuleiten.

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