Amnesty Türkei: „Bekämpfung häuslicher Gewalt ohne Erfolg“

Im vergangenen Jahr wurden über 250 Fälle von Frauen bekannt, die in der Türkei getötet wurden. In dem meisten Fällen sind die Ehe- oder Ex-Ehemänner die Täter. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher.

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Nach Angaben der Online-Plattform Bianet wurden im Dezember vergangenen Jahres 14 Frauen getötet. 24 wurden verletzt, 15 wurden vergewaltigt und 16 sexuell belästigt. Sechs Kinder wurden misshandelt. Insgesamt wurden 259 Frauen durch Männer getötet. Die meisten der Fälle ereigneten sich in der Mamara-Region im Nordwesten der Türkei. Zwei der Täter begingen nach der Tat Selbstmord, einer unternahm einen Selbstmord-Versuch und drei der Männer stellten sich der Polizei.

Die meisten der Frauen wurden mit einem Messer erstochen. Acht der Frauen wurden zu Tode gestochen, fünf wurden erschossen, eine Frau wurde erwürgt. Eine Frau wurde schwer verletzt, als sie aus einem Café stürmte, um ihrem Mann zu entkommen und geriet unter einen Bus.

Die meisten der im Dezember ermordeten Frauen, wurden durch ihre Ehemänner getötet.

34 Frauen aus 16 Provinzen wurden alleine im Dezember letzten Jahres durch Männer verletzt. Die meisten der Vorfälle ereigneten sich in Istanbul. Auch hier wurden die meisten der Taten von den Ehemännern der Frauen, vier von den Ex-Männern und drei von ihren Freunden begangen. Die Frauen wurden geschlagen, mit einem Messer angegriffen oder angeschossen. Eine Transsexuelle wurde mit einem Schwert verletzt. 18 Frauen mussten im Krankenhaus verarztet werden. Die Angreifer waren zwischen 19 und 45 Jahren, das Alter der angegriffenen Frauen zwischen 21 und 88.

Alleine im Dezember wurden die Fälle von 15 Frauen in acht Provinzen bekannt, die von Männern vergewaltigt worden waren. Die meisten der Fälle ereigneten sich in Istanbul und Antalya. Hier wurden neun der Täter festgenommen. Die Täter waren zwischen 23 und 52 Jahre alt.

Amnesty International schreibt in seinem Länderbericht über die Situation in der Türkei: „Der Nationale Aktionsplan 2007-2010 der türkischen Regierung zur Bekämpfung familiärer Gewalt brachte keine nennenswerten Erfolge“. Grund seien unter anderem die mangelnde Koordinierung, unzureichende Mittel und das Fehlen messbarer Ziele. Auch bemängelte Amnesty, dass die Anzahl der Unterkünfte für die Opfer häuslicher Gewalt auch 2010 weit unter den gesetzlichen Vorgaben lagen.

Nach einer Meldung der Saarbrücker Zeitung wurden in Deutschland im vergangenen Jahr über 2.7000 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Das sei eine Steigerung von 6,2 Prozent.

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