Türkei: Wissenschaftler protestieren gegen Internetfilter

15 Wissenschaftler verschiedener türkische Universitäten appellieren an die Regierung, die im November eingeführten Internetfilter wieder aufzuheben. Mit einer gemeinsamen Stellungnahme wenden sie sich an Ankara.

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Die Akademiker bezeichnet den Internetfilter in ihrer Stellungnahme als „willkürlich, staatlich, gezielte Zensur“. Seit dem 22. November wird das Internet in der Türkei gefiltert. Dabei gibt es die Möglichkeit, zwischen den Filterpaketen „Kinder“ und „Familie“ zu wählen (Kinder können eine Internetseite über Darwin nicht mehr aufrufen – mehr dazu hier). Wer nicht zwischen diesen Optionen wählt, bekommt automatisch ein „Standard-Profil“ zugewiesen, das im Einklang mit den jüngst verabschiedeten Filtern steht.

„Filteroptionen zu haben, kann nicht die staatliche Zensur verdecken“, argumentieren die Akademiker. Der Filter schränke ihre Meinungsfreiheit ein. Weiter heißt es in der Erklärung, die Türkei sei das einzige Land in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), dessen Internet von einer staatlichen Institution gefiltert werde. Dagegen würden Länder wie Nordkorea, Saudi Arabien, China und der Iran ähnliche Filter benutzen.

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