Türkei: „Made in Hereke“ Teppiche kommen aus China

Standen einst die Hereke-Teppiche für erstklassige türkische Qualität und Tradition, werden die Hereke-Teppiche nun in China aus synthetischem Material massenweise angefertigt.

In China werden nun Teppiche produziert, die die Aufschrift „Made in Hereke“ tragen. Bislang stand der Ortsname „Hereke“ aber für die erstklassige Qualität handgewebter türkischer Teppiche mit einer langen Tradition. Dass jedoch nun in China billige Teppiche unter eben diesem Namen produziert werden, ist kein richtiger Etikettenschwindel und schon gar nicht illegal.

Vielmehr profitierten die chinesischen Hersteller von einer türkischen Gesetzeslücke. Nachdem 2008 im Zuge des Stadtverwaltungsgesetzes viele Stadtverwaltungen geschlossen wurden –unter anderem auch Hereke – und es in der Türkei offiziell keine Region mit diesem Namen mehr gibt, zögerte China nicht lange. Es benannte ein Industriegebiet nach dem traditionsreichen alten türkischen Namen und hat dadurch das Recht, die Teppiche mit der Aufschrift „Made in Hereke“ zu versehen.

In der Türkei hingegen stößt die neue Entwicklung auf große Kritik, besonders unter den Teppichknüpfern. „Die Hereke Teppiche werden per Hand aus 100 prozentiger Seide gewebt. Die Teppiche, die in China hergestellt werden, berührt dahingegen keine einzige Hand. Sie werden maschinell hergestellt. Auch wird nicht echte Seide verwendet. Aber jemand, der sich nicht richtig damit auskennt, wird den Unterschied nicht merken“, zitiert der Nachrichtensender ntv den Vorsitzenden der Teppichknüpfer von Hereke, Erhan Ör. Dazu käme, dass die in China billig hergestellten Teppiche zum gleichen Preis wie die türkischen Hereke-Teppiche verkauft werden. „Darunter leiden die Verbraucher. Unter den Herstellern hat die neue Entwicklung außerdem zu einem ungerechten Wettbewerb geführt“.

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