Sparkurs: Finanzierung für 3. Bosporus-Brücke gescheitert

Es sollte ein Milliardenprojekt werden, doch nun finden sich keine Investoren. Jetzt muss die Türkei überlegen, wie sie die umstrittene dritte Brücke über den Bosporus finanzieren will.

Von den 18 Firmen, die gerne die Nordmarmara Autobahn bauen möchten, scheint keine in der Lage zu sein, für die Kosten aufzukommen. Bis um 14 Uhr am Dienstag sollten alle Angebote auf dem Tisch liegen. Internationale sowie türkische Firmen rangen darum, den Auftrag für das Projekt der Nordmarmara Autobahn zu bekommen, das die Errichtung einer dritten Brücke über den Bosporus mit einschließt.

Unter den Unternehmen befindet sich Mitsubishi aus Japan, Astaldi aus Japan, Moskovsky Metristrroy aus Russland, Strabag aus Österreich und FCC aus Spanien – alles Länder, die von der Finanzkrise stark gebeutelt wurden. Aus der Türkei haben sich Mapa, Cengiz, Park, Varyap, Yüksel, Kolin, Nurol, STFA und Gülsan beworben.

„Bis um 14 Uhr sollten die Angebote vorliegen. Das taten sie aber nicht“, zitiert die Tageszeitung Hürriyet İhsan Akbıyık, den stellvertretenden Vorsitzenden des Direktoriums für Autobahnen. Über den weiteren Verlauf würde es gemeinsam mit dem Minsterium für Marine, Transport und Kommunikation entscheiden.

Der Minister für Transport, Binali Yıldırım, sagte, die Türkei habe keine alternativen Pläne.

“Unter den derzeitigen Bedingungen ist es nicht möglich, ein so großes Projekt zu finanzieren”, zitiert die Hürriyet einen der potentiellen Auftragsnehmer. Eine Möglichkeit sieht er darin, das Projekt in mehrere Teile aufzuteilen und diese zu versteigern. Oder es könnte eine Firma übergeben werden, nachdem ein bestimmtes Angebot ausgehandelt wurde.

Gegenüber der Finanzkrise gab sich der Minister selbstbewusst. Er sei sich der wirtschaftlichen Abschwächung in Europa bewusst. „Aber es gibt keine Krise oder das Risiko einer Krise in der Türkei. Aber es gibt einige Menschen, die beklagen, dass die Türkei nicht durch die Krise gegangen ist“ (was vielleicht eine etwas zu optimistische Einschätzung ist – mehr dazu hier).

Das Projekt umfasst den Bau einer Autobahnstrecke von über 400 Kilometern von Adapazarı nach Tekirdağ.

Die Kosten für das Projekt sollen ca. fünf Milliarden US Dollar betragen.

Mehr zum Thema:
Türkische Industrieproduktion steigt weiterhin stark an
Türkei 2012: Sind die fetten Jahre vorbei?
Grünes Licht für South Stream: Türkei ebnet Weg für Mega-Pipeline

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.