Frevel im Süden der Türkei: Vater verkauft 12-jährige Tochter

Ein Vater in der südtürkischen Provinz Antalya wird beschuldigt, seine kleine Tochter verkauft zu haben. Angeblich hat er einen entsprechenden Vertrag mit einem sage und schreibe 40 Jahre älteren Geschäftsmann geschlossen.

Der Vater soll für den „Deal“ mit dem Geschäftsmann 5000 Lira, das sind etwas mehr als 2100 Euro, erhalten haben. Aus dem von ihm unterschriebenen Vertrag, so berichten die türkischen Medien, ging klar hervor, dass er seine erst 12-jährige Tochter verkauft und das Geld „im Voraus“ erhalten habe. Weiterhin wurde in dem Schriftstück festgehalten, dass sowohl der Vater als auch die Tochter dem Geschäft zugestimmt hätten (das behaupteten im vergangenen November auch 26 Männer, die ein 13-Jährige missbrauchten – mehr hier).

Polizei suchte sechs Jahre nach ominösem Geschäftsmann

Der Skandal flog auf, nachdem die Kleine ihre Lehrerin in der Schule über die ganze Sache informierte. Sie erzählte, dass sie in ein Hotel gebracht worden und dort von dem Mann, der sie von ihrem Vater „abgekauft“ hatte, vergewaltigt worden sei. Sofort informierte die Lehrkraft die örtliche Polizei. Das liegt nun bereits sechs Jahre zurück. Ein Gerichtsverfahren, so heißt es weiter, sei allerdings erst am gestrigen Dienstag eröffnet worden. Die Polizei konnte den omniösen „Geschäftsmann“ über die ganzen Jahre nicht ausfindig machen. Bis heute (erst kürzlich wurde eine junge Türkin trotz Polizeischutz umgebracht – mehr hier).

Aus dem Munde des heute 54-jährigen Vaters hört sich die Geschichte jedoch ganz anders an. Angeblich habe es sich um einen „bekannten Geschäftsmann“ gehandelt, der seiner Tochter lediglich habe unterrichten und einen Job in einer staatlichen Einrichtung, in der er selbst tätig gewesen sein soll, verschaffen wollen. Dieser ist mittlerweile gefasst und bestreitet die Vorwürfe vehemennt. Er behauptet, der Vater habe ihm das Mädchen freiwillig verkauft und sei auch mit dem Vertrag, weil er damit rechnete, dass es andernfalls Probleme geben könnte, einverstanden gewesen. Weiter behauptet der Geschäftsmann, dass der Vater damals dringend Geld benötigt hätte. Er drohte damit, die Kleine zu töten, falls er sie nicht kaufen würde.

Aufenthaltsort der heute 18-Jährigen unbekannt

„Ich habe ihr nichts getan“, so der Verdächtige in einer Anhörung am vergangenen Dienstag. „Ich habe sie nirgendwohin mitgenommen. Lasst sie das überprüfen.“ Dann hörte das Gericht die Zeugenaussagen der Hotelangestellten, in dem die Vergewaltigung stattgefunden hat. Sie erklärten, der Mann hätte beim Betreten des Hotels mit ihr behauptet, dass es sich bei der 12-Jährigen um seine Tochter handle.

Wo sich das heute 18-jährige Opfer heute aufhält, ist nicht bekannt (ein junge Palästinenserin, die von ihrem Vater zehn Jahre eingesperrt und misshandelt wurde, ist dagegen an die Öffentlichkeit gegangen – mehr hier). Der Täter wurde mittlerweile in Haft verbracht. Die nächste Anhörung soll im kommenden März stattfinden.

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