Reichweite bis London: Türkei möchte 2.500 Kilometer-Langstrecken-Raketen bauen

Die Türkei wolle innerhalb von zwei Jahren Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 2.500 Kilometern konstruieren. Experten glauben, die Türkei habe sich mit der Verkündung des Vorhabens selbst geschadet. Die Länder mit den nötigen Materialien könnten sich weigern, zu verkaufen, um die Türkei am Bau von Waffen zu hindern.

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Professor Yücel Altınbaşak, Leiter des Wissenschafts- und Technologieforschungsrats der Türkei (TÜBITAK), erklärte, die Entscheidung für den Bau der Langstreckenraketen sei auf einem Technologie-Spitzentreffen im Einklang mit einer Anfrage von Premier Erdoğan gefällt worden.

TÜBITAK habe bereits eine Rakete mit einer Reichweite von 500 Kilometern für das türkische Militär hergestellt und getestet. Der nächste Schritt sei, in diesem Jahr eine Rakete mit einer Reichweite von 1.500 Kilometern zu testen. Erst dann könne das Ziel einer Rakete, die sogar London erreichen könnte, ins Auge gefasst werden (die Herstellung eines eigenen Flugzeugs ist ebenfalls in Planung – mehr hier).

Andere Experten zweifeln an dieses Aussagen. Sie glauben, auch eine 500- Kilometer-Rakete sei noch nicht hergestellt worden. „Es ist immer noch fragwürdig, wie die Tests an der 500-Kilometer-Rakete weltweit unbemerkt bleiben konnten“, bemerkt ein Waffenexperte in der Hürriyet. Ein anderer Spezialist fragt: „Wofür brauchen die Türken diese Raketen? Wo wollen sie sie nutzen? Gegen welche Bedrohung?“

Die Türkei ist Mitglied beim Raketentechnologie-Kontrollregime (MTCR). Ein freiwilliger Zusammenschluss von Staaten, der die Verbreitung von ballistischen Raketen und unbemannten Luftfahrzeugen verhindern soll. Der Bau der neuen Waffen passt nicht zu den Regeln des MTCR, zu denen sich die Türkei bekannt hatte (schon Anfang Januar verkündete die Regierung, sie wolle die Luftwaffe ausrüsten – mehr hier).

Mit der Verkündung der Raketenherstellung habe sich die Türkei zudem selbst geschadet. Die Länder, aus denen die Türkei das nötige Material importieren werde, wüssten nun, was die Türkei damit vorhabe. Im Zweifelsfall würden diese sich dagegen entscheiden, die Türkei zu beliefern, um den Bau der Waffen zu verhindern, so ein Experte.

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