Russische Importbräute fühlen sich in Antalya zu Hause

Rund 18.000 Frauen russischer Herkunft sind in Antalya mit türkischen Männern verheiratet. Trotz der ähnlichen Familienstruktur, die Außenminister Davutoğlu in Russland ansprach, gibt es auch Probleme in den bikulturellen Ehen.

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Außenminister Davutoğlu will noch mehr russische Frauen in der Türkei begrüßen. Das erklärte er in der vergangenen Woche seinem russischen Amtskollegen Lawrow. Die russische Familienstruktur passe nämlich zur türkischen (diese Informationen hat er von seiner Frau – mehr hier).

Konstantin Makovsky: Russische Hochzeitsvorbereitung (Foto:Flickr/elkit)

Konstantin Makovsky: Russische Hochzeitsvorbereitung (Foto:Flickr/elkit)

Nach Angaben einer Studie des Russischen Freundschafts- und Kulturverbands leben mittlerweile rund 18.000 Frauen russischer Herkunft in Antalya, die mit türkischen Männern verheiratet sind. Schon 12.000 von ihnen haben die türkische Staatsbürgerschaft angenommen. Die restlichen 8.000 würden bereits im Prozess der Einbürgerung sein.

Marina Sorokina, Präsidentin des Verbands, hat selbst vor 17 Jahren einen Türken geheiratet. Zunächst lebte sie zehn Jahre mit ihm in Russland, bevor sie nach Antalya zogen. Es gäbe zwar viele kulturelle Gemeinsamkeiten, besonders in den Bereichen der Religion und der Bildung gäbe es aber große Unterschiede, so Sorokina. Für russische Frauen und türkische Männer sei es einfach, sich zu verlieben und zu heiraten, der springende Punkt sei jedoch, die Ehe aufrechtzuerhalten. Sie habe viele Paare erlebt, die durch die Unterschiede in Kultur und Religion den Weg der Scheidung gewählt hätten.

Svetlana Demirtaş und ihr Mann Mehmet Ali Demirtaş haben gelernt, die Unterschiede zu überbrücken. Sie lernten sich an einer russischen Universität kennen und lieben. Nach fast acht Jahren Ehe haben sie nun zwei Töchter, Dilara und Asya. Die 28-Jährige erklärt: „Mein Mann, meine Heimat, meine Kinder, alles von mir ist hier. Antalya ist mein Ein und Alles.“

Viyoletta Erdiş, ebenfalls 28, hat vor vier Jahren in Istanbul geheiratet und ist später mit ihrem Mann nach Antalya gezogen (Istanbul ist besonders bei deutschen Touristen beliebt – mehr hier). Sie sieht überhaupt keine Unterschiede zwischen Russen und Türken. Erdiş bringt die Sache auf den Punkt: „Ich mache überhaupt keine Unterscheidung. Im Endeffekt sind wir alle Menschen.“

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