Abdullah Gül: Asyl für Assad-Familie in der Türkei

"Das Ende ist absehbar", ist sich der türkische Präsident Abdullah Gül sicher. Nachdem sich die Fronten zwischen der Türkei und seinem Nachbarn Syrien in den vergangenen Monaten zusehends verhärtet haben, kommt nun offenbar ein letzter Versuch, das Blutvergießen zu stoppen. Gül will Assads Familie Asyl gewähren. Die Gelegenheit scheint günstig.

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Der türkische Präsident Abdullah Gül hat sich auf einer Reise durch die Golfstaaten zur Zukunft Assads geäußert. Würde eine Bitte um Aufnahme aus Syrien vorliegen, so Gül, dann werde „natürlich alles in Erwägung gezogen“. Ein Machterhalt Assads erscheine ihm ohnehin unwahrscheinlich. „Das Ende ist absehbar“, glaubt er.

Auch Westerwelle glaubt nicht, dass das Assad-Regime noch eine Zukunft hat. „Seine Grausamkeiten und seine Repressionen müssen aufhören“, erklärte er am Donnerstag in Tel Aviv. Er hoffe auf einen friedlichen Machtwechsel.

Stehen die Zeichen in Syrien nach gut einem Jahr andauernder Unruhen nun auf endgültigen Niedergang? Erst vor wenigen Tagen, so ließ die syrische Opposition verlauten, soll die Gattin von Präsident Bashar al-Assad versucht haben, das Land zu verlassen. Im Gepäck die drei gemeinsamen Kinder. Ähnliches hatte sich auch kurz vor dem Ende Muammar al-Gaddafis (Erdogan hatte Assad bereits an dessen Ende erinnert – mehr hier) in Libyen zugetragen (Algerien hatte wenig später die Aufnahme seiner Frau und dreier Kinder verteidigt – mehr hier). Diesmal kamen die „Flüchtlinge“ allerdings nicht weit. Bereits auf dem Weg zum Flughafen in Damaskus wurden sie gestoppt. Regierungsfeindliche Truppen griffen den Konvoi an und zwangen diesen zur Umkehr.

Drei Staaten wollen Bashar al-Assad Asyl gewähren

Nach wie vor gibt Bashar al-Assad den Unnachgiebigen. Immer wieder hat auch die Türkei versucht auf den syrischen Machthaber einzuwirken (zuletzt wagte Assad aber wieder an eine Versöhnung zu denken – mehr hier). Erfolglos (es wurde sogar darüber nachgedacht, Syrien den Strom abzuschalten – mehr hier). Ganz im Gegenteil spitzte sich die Situation kontinuierlich zu (das Säbelrasseln an der Grenze war unüberhörbar – mehr hier). Von einem Rücktritt will er nichts wissen. An einen Asylantrag denkt er noch nicht einmal.

Dennoch haben sich die USA und ihre Verbündeten in Europa und der arabischen Welt aufgemacht, einen entsprechenden Unterschlupf für denjenigen zu finden, der den Verlust von mehreren Tausend Menschenleben zu verantworten hat (der größte Zusammenschluss von Muslimen, die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC), ist allerdings der Ansicht, der Konflikt müsse von Muslimen gelöst werden – mehr hier). Bisher sollen offenbar drei Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, dazu bereit sein dem Staatschef Unterschlupf zu gewähren, um das Blutvergießen endlich zu beenden. Alle Überlegungen stehen jedoch noch ganz am Anfang. Ein plötzlicher Umsturz scheint sich derzeit nicht anzukündigen. Auch die Frage nach der Immunität Assads ist noch völlig offen. Dennoch hat nun auch die Türkei signalisiert, zumindest seine Familie aufnehmen zu wollen.

Starre Haltug Assads forderte bereits mehr als 5000 Tote

Fast ein Jahr dauern die Proteste in Syrien nun schon an. Die Vereinten Nationen schätzen, dass seither mehr als 5000 Tote zu beklagen sind. Bereits Ende November letzten Jahres hat der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu angekündigt, dass die Türkei mittlerweile für jedes Szenario in Syrien bereit wäre. Militärische Operationen im Nachbarland schloss er allerdings aus (debattiert wurde über die Einrichtung einer internationalen Schutzzone – mehr hier). Unterdessen hat die Türkei Abertausenden Flüchtlingen Unterschlupf in eigens eingerichteten Flüchtlingslagern gewährt (auch die Freien Syrischen Armee soll bei ihren Vorbereitungen für einen Gegenschlag unterstützt worden sein – mehr hier).

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