Genozid-Streit: Türkei schaltet auf stur und entzieht Frankreichs Armee die Überflugsrechte

Das französische Militär nutzt nicht mehr länger türkischen Luftraum oder Gewässer. Der Grund: Offenbar wurden Anfragen Frankreichs seit kurzem wiederholt wegen dem Genozid-Gesetz abgelehnt. In Zukunft werde man deshalb türkische Gebiete meiden.

Aktuell: Familie von Neonazi-Opfern möchte Gerechtigkeit, kein „Schweigegeld“+++Italien möchte ersten türkischen Kampfjet bauen

Eine Flugzeug und zwei Schiffe des Militärs hätten die Route über türkische Gebiete nehmen wollen. „Unsere Anfragen wurden abgelehnt, deshalb werden keine Anfragen mehr stellen. Wir werden alternative Routen wählen“, erklärte der französische Botschafter Laurent Bili dem Nachrichtensender CNNTürk (kürzlich versuchte er in einem Interview zwischen der Türkei und Frankreich zu vermitteln – mehr hier).

Das türkische Verhalten ist eine Reaktion auf das französische Genozid-Gesetz, mit dem die Leugnung des Armenischen Völkermords strafbar gemacht werden soll (derzeit muss noch das Verfassungsgericht über das Gesetz entscheiden – mehr hier). Bili betonte, dass die harte Reaktion der Türkei viele Menschen in Frankreich zwar überrascht hätte, das Image der Türkei in Frankreich habe sich dadurch allerdings nicht geändert.

Weiter sagte er: „Frankreich legt großen Wert auf die Beziehung zur Türkei. Wir sollten Ruhe bewahren. Das Gesetz ist nicht gegen die Türkei gerichtet.“ Er verstehe wie heikel Themen seien, die sich auf die Vorfahren beziehen würden. Die Beziehungen zu Frankreich aufzugeben sei jedoch nicht der richtige Weg, mit der Sache umzugehen.

Mehr zum Thema:

Genozid-Boykott: Türkische Regierung sattelt von Renault auf Ford um
„Kommt und holt mich”: Türkischer EU-Minister Bağış leugnet den armenischen Genozid
Philosoph Slavoj Žižek: Türkei hat armenischen Genozid begangen, um Europäern zu ähneln

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.