Türkei: „Unsere Türen stehen allen syrischen Flüchtlingen offen“

Davutoğlu betonte, in der Türkei würden den syrischen Flüchtlingen „alle Türen offen stehen“. Deutschland bleibt in dieser Frage untätig. Der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Tom Königs, ist der Ansicht, Deutschland solle die Türkei zum Vorbild nehmen.

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„Wenn es nötig ist, nehmen wir sie in unseren Wohnungen auf“, erklärte Ahmet Davutoğlu auf der 48. Sicherheitskonferenz in München (hier versuchte er auch zwischen Israel und dem Iran zu vermitteln – mehr hier). Die Gräueltaten, die das syrische Volk derzeit erleben müsse, seien nicht länger hinzunehmen. Syrische Flüchtlinge werden in der Türkei bedingungslos aufgenommen, so Davutoğlu.

Türkei: Vorbild für Deutschland

Tom Königs sagte am Montag im Deutschlandfunk, die internationale Gemeinschaft müsse Assad weiter isolieren. Natürlich sei es wichtig, dass gerade die Länder in der Region in der Syrien-Frage aktiv werden. Die Solidarisierung der Türkei mit den syrischen Flüchtlingen sei ein entscheidender Vorstoß (eventuell würde die Türkei auch die Assad-Familie aufnehmen – mehr hier). Deutschland solle sich dieses Verhalten zum Vorbild machen, betont er.

Freitagnacht sollen in Syrien bis zu 330 Menschen während einer Militäroffensive in Homs getötet worden sein. Die blutigste Nacht seit fast einem Jahr. Auch am Montag hält der Beschuss an, erneut ist von Dutzenden Todesopfern die Rede. Verlässliche Informationen sind nur schwer zu erlangen.

Vize-Präsident Arınç: Warum bleiben Nachbarländer untätig?

Der türkische Vize-Präsident Bülent Arınç fordert mehr Handlung, insbesondere von den Nachbarländern Syriens. Die türkische Regierung werde in Anbetracht des Massakers an der syrischen Bevölkerung nicht tatenlos zuschauen, so Arınç. Er verstehe nicht, wie andere Regierungen das könnten. „Ich will hören, was der Iran zu diesem Vorfall, der sich an einem islamischen Feiertag ereignete, zu sagen hat. Wie reagiert der Libanon, das will ich hören. Ich will wissen: Trauert der Irak? Wenn von diesen Ländern keine Reaktion kommt, sollen sie sich nicht länger islamisch nennen“, so Arınç weiter.

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