Türkei: Gastarbeiter unerwünscht!

Während türkisch-stämmige Angestellte in deutschen Betrieben längst Normalität geworden sind, bevorzugen türkische Arbeitgeber ihre Landsleute als Angestellte. Türken, die im Ausland Arbeit suchen, haben außerdem einen negativen Einfluss auf den türkischen Arbeitsmarkt, sagen sie.

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Vor 50 Jahren kamen die ersten sogenannten "Gastarbeiter" nach Deutschland - heute sind Türken in deutsche Betrieben schon Normalität . Die Türkei hingegen bevorzugt Türken als Angestellte. (Foto: Flickr/Heinrich Klaffs)

Vor 50 Jahren kamen die ersten sogenannten "Gastarbeiter" nach Deutschland - heute sind Türken in deutsche Betrieben schon Normalität . Die Türkei hingegen bevorzugt Türken als Angestellte. (Foto: Flickr/Heinrich Klaffs)

Während türkische-stämmige Angestellte eine Normalität in der deutschen Arbeitslandschaft geworden sind, scheinen ausländische Angestellte in türkischen Unternehmen nicht gerne gesehen zu sein. Das zumindest belegt eine Studie der Manpower Group, eines der drei größten Personaldienstleister-Unternehmen.

Der Erhebung zufolge geben nur 17 Prozent der türkischen Unternehmen an, gerne ausländische Angestellte zu beschäftigen. Damit liegt die Türkei unter dem weltweiten Durchschnitt von 24 Prozent als auch dem europäischen Durchschnitt von 19 Prozent. (In letzter Zeit waren vermehrt aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in ihrem Land, Griechen zum Arbeiten in die Türkei gekommen, mehr hier)

Für die Studie wurden weltweit insgesamt über 25.000 Arbeitgeber in 39 verschiedenen Ländern interviewt. In der Türkei gaben 415 der 500 befragten Arbeitgeber an, türkisch-stämmige Angestellte zu bevorzugen.

Der Sektor, in dem in der Türkei die meisten ausländischen Kräfte beschäftigt werden, ist der Restaurant- und Hotelsektor. Hier sind 36 Prozent der Angestellten nicht-türkischer Herkunft, die meisten von ihnen arbeiten in der von Touristen bevorzugten Mittelmeer-Region. Unter den ausländischen Kräften, stellen Russen mit 34 Prozent die größte Gruppe dar, gefolgt von Deutschen mit 15 Prozent und Ukrainern mit 13 Prozent. (Außenminister Davutoğlu hatte gesagt, dass russische Frauen auch gerne als Bräute in der Türkei gesehen sind, mehr hier)
Der Studie der Manpower-Gruppe zufolge stellen die Sprache und die kulturelle Anpassung, sowie Visa-Schwierigkeiten Barrieren bei der Anstellung türkischer Kräfte in der Türkei dar.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass 30 Prozent der weltweiten Angestellten China als Bedrohung für ihre nationale Wirtschaft empfinden. Diese Sorge scheinen türkische Unternehmer nicht zu teilen, da nur 19 Prozent angaben, sich von der chinesischen Wirtschaft bedroht zu fühlen. Die Staaten, deren Wirtschaft der Türkei mehr Sorge bereitet, sind Indien, Russland, Deutschland und die USA.

Gleichzeitig haben 64 Prozent der türkischen Arbeitgeber an, dass die türkischen Staatsbürger, die im Ausland nach Arbeit suchen, negative Auswirkungen auf den türkischen Arbeitsmarkt hätten.

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