Super Bowl: Mittelfinger von M.I.A. war nicht geplant!

Allein in den USA sahen am vergangenen Sonntagabend 111,3 Millionen Menschen beim Endspiel der US-Footballmeisterschaft zu. Der Sieg der New York Giants gegen die New England Patriots (21:17) brachte dem übertragenden Sender NBC die beste Quote in der amerikanischen TV-Geschichte ein. Neben dem Sport gab es aber vor allem ein Gesprächsthema: Die Sängerin M.I.A.

Aus dem einstigen „Nippelgate“ von Janet Jackson und Justin Timberlake in der Halbzeitpause des 38. Super Bowls am 1. Februar 2004 wurde nun ein handfestes „Fingergate“ als die bekannte tamilische Rapperin M.I.A. während ihrer Performance plötzlich den Mittelfinger zückte und so ihrer Kollegin Madonna die perfekte Show im Lucas Oil Stadium in Indianapolis vermasselte.

Mit ihrer knapp einminütigen Solo-Einlage während des Songs „Gimme All Your Luvin“ ergriff sie die Gelegenheit für den Bruchteil einer Sekunde – so schnell, dass auch die TV-Verantwortlichen nicht mehr einschreiten und das fragwürdige Bild unzensiert über den Sender fließen konnte. Alle Entschuldigungen der Fernsehleute und Beteuerungen, nichts geahnt zu haben, halfen jedoch nicht. Madonna, obschon als römische Kaiserin in Szene gesetzt, (sie war allerdings schon in der High School alles andere als ein Star – mehr hier) hat das Nachsehen. Denn: M.I.A. und ihr medienwirksamer Mittelfinger sind seither das Gesprächsthema, und das nicht nur in den USA.

Fingergate: Kein Kommentar von Madonna

Das bekannte US-Klatschportal „Hollywoodlife.com“ hat nun mit einem Medienanwalt gesprochen, der erklärt, dass die Federal Communications Commission (FCC) definitiv eine Strafe gegen den Sender NBC erheben werde. Dieser wiederum könnte die voraussichtlich saftige Geldbuße dann auf M.I.A. abwälzen.

Doch dem nicht genug: Wie ein Sprecher von Madonna mitteilte, das das „Material Girl“ genauso überrascht von der Aktion gewesen wie NBC, die NFL und die Millionen Zuschauer im Stadion und an den Bildschirmen. „Das war nicht geprobt oder geplant“, so Brian McCarthy. „Madonna wird das nicht kommentieren.“ M.I.A. habe während der Proben zuvor jedenfalls nichts dergleichen getan.

Einigt sich NBC außergerichtlich mit M.I.A.?

Ohnehin sei das Ganze, nach Angaben von Rechtsexperte Steve Gordon, eine Angelegenheit zwischen M.I.A. und NBC. Falls es einen entsprechenden Vertrag samt einschlägiger Klauseln mit ihr gebe – auch ein Contract mit der NFL sei möglich – dann könnte der Sender gegen die Rapperin vorgehen. Gordon ist der Ansicht, dass die FCC nicht direkt gegen die Künstlerin vorgehen werde. Auch im Fall von Janet Jackson 2004 sei das so gewesen. Damals wurde CBS eine Strafe von 550.000 US-Dollar augebrummt. Über Jahre wanderte der Fall dann zwischen Supreme Court und United States Court of Appeals hin und her und wurde erst im vergangenen November beigelegt. Die NBC könnte nun versuchen, sich außergerichtlich mit M.I.A. zu einigen. Vielleicht müsste sie sogar nur die Hälfte der Strafe zahlen.

Allzu schmerzlich wird die Künstlerin diese aber ohnehin nicht empfinden. Ist sie derzeit doch mit Mulitmilliardär Benjamin Bronfman liiert.

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