Türken, sorgt vor! Olympische Spiele in London könnten Internet lahm legen!

Für die Türkei haben die Olympischen Sommerspiele 2020 "nationale Priorität". Bereits im vergangenen Sommer hat ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verlauten lassen, dass die Chancen hierfür gar nicht schlecht stünden. Es ist bereits der fünfte Anlauf für die Türkei und schon jetzt könnte man von London lernen.

Wie das britische Magazin „The Week“ derzeit berichtet, hätten Olympia-Gegner im Land nun einen weiteren Grund, um sich beim Gedanken an das sportliche Mega-Ereignis in ihrem Unbehagen bestätigt zu sehen. Denn laut Berichten vom vergangenen Wochenende soll es in wenigen Wochen nicht nur zu einem Beförderungschaos in London kommen, sondern auch das Internet an seine Grenzen bringen.

Wird zu Olympia das Internet rationiert?

Die Befürchtungen resultieren aus einem Bericht des Kabinettsbüros, der eigentlich dazu dient, dass sich die Geschäftswelt auf die Sommerspiele adäquat vorbereiten kann und, so der Artikel weiter, bereits in mancherlei Hinsicht für Chaos in der Hauptstadt gesorgt hat. Nun wird gewarnt: „Es ist möglich, dass die Internet-Dienste während der Spiele langsamer laufen oder in besonders schweren Fällen völlig aussetzen, weil zu viele Menschen gleichzeitig auf das Netz zugreifen wollen.“ Doch dem nicht genug: In dem einschlägigen Bericht wird auch darüber gesprochen, den Internetzugang zu rationieren. Es heißt, Provider „könnten Datenspitzen während der Stoßzeiten einführen“. Betroffen sein könnten übrigens auch Telefonanbieter.

Derlei Ankündigungen könnten sich nun allerdings kontraproduktiv auf die Empfehlung der Regierung auswirken, die den Bürgern der Stadt während der Spiele empfohlen hat vorwiegend von zu Hause aus zu arbeiten, um das Verkehrsnetz nicht zusätzlich zu belasten. Doch so wie es aussieht, stecken die Londoner in einer echten Zwickmühle. Diejenigen, die sich im Sommer in die Züge drängen, müssen mit massiven Verspätungen rechnen, während diejenigen, die zu Hause bleiben eventuell gar nicht erst ins Internet kommen.

Ist ein Homeoffice während Olympia die Lösung?

„Es gibt eine Menge Diskussionen über Hotspots, doch es wird nur sehr wenig über Internet-Traffic-Probleme gesprochen“, sorgt sich ein Büroleiter gegenüber dem „Guardian“. Es bestehe in der Tat ein Risiko, dass die Leute im Homeoffice auf Grund der Überkapazitäten nicht in der Lage seien, effektiv zu arbeiten.

In dem entsprechenden Regierungspapier heißt es: „Die Regierung ist der Ansicht, dass eine Ermutigung der Unternehmen, ihren Mitarbeitern zu erlauben in anderen Büros oder zu Hause oder zu anderen Zeiten zu arbeiten, der Schlüssel sei, um den Andrang in der Hauptstadt in diesem Sommer zu entzerren.“

Ob es während der Olympischen Sommerspiele 2012 tatsächlich zu einem waschechten Internet-Crash kommt, das sei an dieser Stelle dahingestellt. Zu einem besseren Zeitpunkt hätte der Bericht jedoch gar nicht veröffentlicht werden können. Denn in dieser Woche arbeiten Tausende von Staatsdienern von zu Hause, um so zu testen, ob sich eine solche Maßnahme wirklich positiv auf das Verkehrsaufkommen in der Millionenstadt auswirkt.

Olympia 2020: Chancen für Istanbul stehen gut

Die Türkei hat im vergangenen Sommer bekannt gegeben, sich für die Olympischen Sommerspiele 2020 bewerben zu wollen (2000, 2004, 2008 und schließlich auch 2012 ging das Vorhaben schief – mehr hier). Nach Abgabe der Bewerbung im August 2011 kannte die Freude von Premier Recep Tayyip Erdogan keine Grenzen: “Wir sind so aufgeregt. Dieses Mal werden wir unser Ziel erreichen. Wir bewerben uns, weil wir die sportlichen Werte und den Olympischen Geist als extrem wichtig erachten. Sie haben einen großen Anteil an der Herstellung von Frieden in der Welt.” (Erdogan wandte sich in einer Erklärung im türkischen Fernsehen an die Bevölkerung – mehr hier).

Klaus Schormann, seit 1993 Weltpräsident des Dachverbands aller nationalen Sportverbände (UIPM) und Mitglied der IOC-Kulturkommission, kann sich keinen besseren Bewerbungszeitpunkt für Istanbul vorstellen. Schormann vertritt die Ansicht, dass die Millionenmetropole eine deutliche Botschaft vermittle, in der sie ihren absoluten Willen gezeigt habe, Austragungsort für die Spiele zu sein. Immerhin: seine größten Probleme, wie etwa den Verkehr, Unterkünfte und Sicherheit hätte die Megacity schon gelöst. (jetzt gelte es türkisches Selbstbewusstsein zu kommunizieren – mehr hier).

Türkei will verstärkt auf digitale Technologien setzen

Derart durch die Londoner Überlegungen vorgewarnt gilt es nun, auch die eigenen Internetkapazitäten kritisch unter die Lupe zu nehmen und vorzusorgen. Immerhin ist es gerade die Türkei, die auf diesem Gebiet schon jetzt einen wesentlichen Vorsprung zu verzeichnen hat (das niedrige Durchschnittsalter der Türken bedeutet auch dementsprechend viele Nutzer digitaler Technologien – mehr hier). Ein Schritt in die richtige Richtung wurde bereits gemacht. Nihat Ergün, Industrie- und Handelsminister der Türkei, hat erst vor kurzem angekündigt, dass sich die Türkei nun verstärkt auf dem Gebiet der digitalen Technologien engagieren wolle (der Vorsprung gegenüber der EU soll ausgebaut werden – mehr hier).

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