Nach Rassismus-Vorwurf: Französische „Elle“ überrascht mit Plus-Size-Model

Will die französische "Elle" hier etwas wieder gut machen? Fast scheint es so. Nur wenige Tage, nachdem das bekannte Modemagazin sich gegen Rassismus-Vorwürfe zur Wehr setzen musste, demonstriert das Blatt seine Aufgeschlossenheit mit einem Plus-Size-Model auf dem Cover.

Am 13. Januar dieses Jahres hatte ein „Elle“-Artikel über „Black Fashion Power“ für Furore gesorgt. Autorin Nathalie Dolivo setzte sich darin mit dem Stil von schwarzen Stars wie zum Beispiel US-Sängerin Rihanna auseinander und konstatierte, dass Kleidung für die afroamerikanische Gemeinde zu einer Art politischen Waffe geworden sei. Auch ein so genannter „Obama-Effekt“ sei ihrer Meinung nach festzustellen – das Präsidentenpaar liebäugle mit „weißer Mode“. Die Reaktionen folgten auf dem Fuße: Während das „New York Magazine“ in den Ausführungen von Dolivo eine „peinliche Verallgemeinerung“ sah, wertete „New York Daily News“ ihre Zeilen gar als rassistisch. Das Magazin wehrte sich und erklärte, man sei nicht rassistisch, sondern setze sich seit den 60er Jahren für die Würde aller Frauen ein.

Tara Lynn und Adele stehen für die Mehrheit der Frauen

Jetzt holt die französische „Elle“ offenbar zum Gegenschlag aus. Nachdem das bekannte Übergrößen-Modell Tara Lynn sich bereits für die April-Ausgabe 2010 auszog, ziert die Rubens-Dame nun erneut die Titelseite des Blatts. Darunter findet sich die vielsagende Schlagzeile: „The Body“ (ähnlich selbstbewusst geben sich auch US-Star Christina Aguilera – mehr hier und ihre britische Kollegin Adele – mehr hier). Die Botschaft, so interpretiert die „Daily Mail“, sei eindeutig: Frauen sollten lieber die Figur von Tara Lynn anstreben als eine etwa die schmalen Maße von Elle MacPherson.

Die schöne Tara gehört mittlerweile zu den angesagtesten Models in ihrem Bereich und steht mit ihren Kurven in direkter Nachfolge von Crystal Renn, die als eine der bekanntesten Kämpferinnen gegen den Magerwahn in der Modewelt gilt. Im US-amerikanischen „V“ Magazine erregte sie Aufsehen durch atemberaubende Nacktaufnahmen, auch die italienische Vogue und H&M hatten bereits Interesse an ihr.

Seitenhieb gegen Modeschöpfer Karl Lagerfeld

In der französischen Elle ist sie nun das Gesicht eines Ratgebers, der Frauen, die nicht in Kleidergröße 34 passen, praktische Modetipps gibt. Ein Thema, das Tara, die in der Schule oft gehänselt wurde, persönlich am Herzen liegt. Doch das liegt lange zurück. Heute gilt sie als Inspiration für viele Frauen, die nicht in den vorgegebenen Rahmen passen. Und sie ist nicht die einzige: Auch Superstar Adele (sie räumte bei den Grammys am vergangenen Sonntag sechs Auszeichnungen ab – mehr hier) wird so wahrgenommen. Die Sängerin ziert die Märzausgabe der britischen Vogue mit ungewöhnlich viel Dekolletee. Erst vor kurzem  stellte sie erneut ihre Position heraus (Karl Lagerfeld hatte sie als „zu fett“ bezeichnet – mehr hier). Sie erklärte: „Ich wollte nie wie diese Models auf den Magazinen aussehen. Ich repräsentiere die Mehrheit der Frauen und darauf bin ich sehr stolz.

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