Türkei: Ausländische Firmen nur in der Region Istanbul

95 % aller ausländischen Unternehmen in der Türkei sitzen in die Region um Istanbul – davon alleine 5.000 Firmen aus Deutschland. Das bringt die örtliche Verkehrsinfrastruktur und Stromversorgung mittlerweile an ihre Grenzen.

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Die meisten Niederlassungen ausländischer Firmen in der Türkei konzentrieren sich auf die Metropole Istanbul. 95 % von ihnen haben sich um die Region Istanbul angesiedelt (und Istanbul will als Finanzplan sogar New York und London ablösen – mehr hier). Das bringt die örtliche Infrastruktur an ihre Grenzen. Spürbar wird die Belastung vor allem beim Verkehr und der Stromversorgung. Dafür ist es im Großraum Istanbul leichter, geeignetes Personal zu finden. Die türkische Regierung versucht verstärkt, Unternehmen auch in anderen Regionen anzusiedeln. Für die Industrie gelten Izmir und Manisa als Ausweichmöglichkeiten, Istanbul kann dadurch jedoch nicht ersetzt werden (doch der Bauboom könnte bald enden – mehr hier).

Die zunehmenden Liberalisierung der türkischen Wirtschaft und ein starkes Wachstum der Bevölkerung veranlasste viele Unternehmen, in der Türkei tätig zu werden. Sie eignet sich als Absatzmarkt und als Produktionsstandort. Derzeit gibt es alleine aus Deutschland 5.000 Unternehmen, die eine Niederlassung in der Türkei unterhalten.

In einer weiteren Herausforderung liegt gleichzeitig eine Chance für innovative Unternehmen: der Energieverbrauch. Der Stromverbrauch steigt überproportional zum Wirtschaftswachstum. Bis zum Jahr 2020 rechnet die Türkei mit einer Verdopplung des Energiebedarfs. Bereits in 5 Jahren wird mit einer Versorgungslücke gerechnet. Strom wird derzeit zum größten Teil durch Erdgas und Kohle gedeckt (und in der Zukunft soll die Atomenergie das Erdgas ersetzen – mehr hier). Doch künftig will die Türkei auch noch stärker auf Erneuerbare Energien setzen. „Die Türkei will unabhängiger von Gasimporten aus Russland werden. Doch auch gegen die Wasserkraft, welche die zweitwichtigste Energiequelle der Türkei darstellt, regt sich mittlerweile Widerstand in der Bevölkerung“, erklärt Metin Sağmanli, Niederlassungsleiter von Rödl & Partner in Istanbul. Bis zum Jahr 2023 soll 1/3 des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Auch wenn es teilweise zu Überhitzungserscheinungen am Markt kommt, entsteht hier großes Potenzial für Investoren und Unternehmen. Es sollen in den nächsten Jahren bis zu 17 Milliarden Euro in neue Windkraftanlagen und 16 Milliarden Euro in Solarprojekte investiert werden.

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