PKK füllt Machtvakuum in Nordsyrien

Das Kräfteringen im Nahen Osten geht weiter. Während die Türkei die syrische Opposition unterstützt, verbündet sich die PKK mit dem syrischen Machthaber Assad. Dieser warnt die Türkei: am Ende wird es ihr so gehen wie seinem Land.

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In der nördlichen Provinzen Syriens hat die kurdische Partei PKK an Präsenz gewonnen. Wie die Tageszeitung Zaman berichtet, versucht die Organisation, die Unsicherheiten im Land für sich zu nutzen und sich mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu verbünden.

Um die 150 Pkk-Anhänger haben in dem Distrik Ra´s al-Ayn ein Camp aufgebaut, einer Grenzprovinz zur Türkei, nicht weit entfernt von der türkischen Stadt Şanlıurfa.

Informationen zufolge soll die PKK damit begonnen haben, Straßensperren zu errichten und den Verkehr in den ländlichen Gebieten der Region zu überwachen.

Die Verbündung der PKK mit dem in Kritik stehenden syrischen Machthaber ist als Gegenreaktion auf die Unterstützung der Türkei von syrischen oppositionellen Kräften zu bewerten. Analysten wie Ali Otman von dem Zentrum für Türkisch-Kurdische Studien im Irak zufolge, fürchtet die kurdische Partei eine wachsende Einflussnahme der Türkei auf die syrische politische Opposition und eine mögliche Intervention in Syrien. Bereits vorher hatte die syrische Regierung angekündigt, sie wolle die PKK unterstützen, wenn die Türkei die Oppositionellen fördert. (Die Türkei hatte erklärt, syrische Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, mehr hier) „Die Türkei kann in eine ähnliche Lage wie wir geraten, wenn sie sich Damaskus widersetzt“, hatte Assad gedroht. (Der Iran unterstützt Syrien, mehr hier)

Besonders in den 1980er bis in die 1990er Jahre war die PKK in Syrien aktiv und operierte von den Camps an der syrisch-türkischen Grenze aus. Syrien hatte dem PKK-Führer Abdullah Öcalan einige Jahre Unterschlupf gewährt.

Die Türkei hingegen verurteilt sowohl das Assad-Regime als auch die PKK. Der türkische Außenminister Davutoğlu hatte beide Gruppen als veraltete Überreste des Kalten Kriegs bezeichnet (mehr hier).

Einer Meldung des türkischen Geheimdienstes zufolge plant die PKK eine Reihe von Angriffen an der Grenze zum Irak noch in diesem Jahr. Diese sind als Vergeltungsanschläge zu bewerten, nachdem die PKK Einbußen bei militärischen Auseinandersetzungen mit der türkischen Armee einstecken musste.

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