Nach Protesten: NATO entschuldigt sich für Koran-Verbrennung in Afghanistan

In Afghanistan wäre eine Demonstration vor einem Isaf-Stützpunkt fast eskaliert. Ein US-Kommandant lenkte jedoch schnell ein und entschuldigte sich für die Vorfälle bei der Müllentsorgung. Hierbei seien Koran-Exemplare verbrannt worden, heißt es. Er schwor, dass das keine Absicht gewesen sei.

„Nachdem wir davon erfahren hatten, haben wir die Vorgänge sofort gestoppt“, versicherte John R. Allen, US-Kommandant der NATO-geführten Isaf-Truppe. Tausende empörter Afghanen hatten sich am Dienstag vor dem US-Stützpunkt in Bagram, nordöstlich von Kabul, versammelt, nachdem bekannt wurde, dass auf dem Stützpunkt Koran-Ausgaben verbrannt wurden.

„Ausländische Truppen haben um drei Uhr morgens versucht, einen Container mit Koran-Ausgaben zu verbrennen. Afghanische Mitarbeiter, die auf dem Stützpunkt arbeiteten, hatten das nicht erlaubt“, erklärt Mohammed Zahir, einer der Demonstranten dem BBC. Die Korane sollen sich allerdings schon im Abfall befunden haben und sollten anschließend verbrannt werden (in Afghanistan befindet sich zudem der größte Koran der Welt – mehr hier). Anderen Zeugenaussagen zufolge sollen bereits einige Exemplare angezündet worden sein.

Die Demonstranten sollen Brandsätze und Steine auf den Stützpunkt geworfen haben. Um eine Eskalation zu verhindern, habe die Isaf-Truppe Gummigeschosse verwendet. Anschließend seien einige afghanische Vermittler in den Stützpunkt gelassen worden.

John R. Allen entschuldigte sich öffentlich für die Vorgänge (aus dem Irak haben sich die US-Truppen schon weitgehend zurückgezogen – mehr hier). Die Ereignisse würden nun untersucht werden und die Koran-Ausgaben den afghanischen religiösen Autoritäten übergeben. Er erklärte: „Wir unternehmen die nötigen Schritte, damit so etwas nie wieder passiert. Ich versichere, ich schwöre, dass das keine Absicht war.“

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