Syrien: Assad-Regime blockiert Hilfstransporte

Während die internationale Gemeinschaft im Syrienkonflikt weiter nicht mehr liefert als Worte, blockieren die Assad-Truppen die dringend nötige Lebensmittel- und Medikamentenversorgung. Das Internationale Rote Kreuz fordert nun täglich zwei Stunden Waffenstillstand um die Bevölkerung zu versorgen.

Vor allem die syrische Stadt Homs leidet derzeit an Lebensmittelknappheit und einem Mangel an Medikamenten, berichtet Reuters. Doch die meisten der Einheimischen, die helfen wollen, können nicht nicht bis nach Homs vordringen. Ahmad Ramadan, einer der führenden Mitglieder des Syrischen Nationalrates sagte Al-Dschasira, sein Bruder sei von Assad-Anhängern getötet worden, weil sie ihn beschuldigten „Lebensmittel und Medikamente nach Homs“ bringen zu wollen.

Syrische Aktivisten vor Ort erklärten, bei dem Beschuss am Dienstag seien mindesten 100 Menschen, darunter 10 Kinder und drei Frauen, getötet worden. Am härtesten hat es den Stadtteil Baba Amro getroffen. Auch in Damaskus wurde erneut auf Demonstranten geschossen, wobei vier Personen verletzt wurden.

Derweil wird in Tunesien das Treffen der „Freunde Syriens“ für Freitag vorbereitet. Hier wird die arabische und die westliche Welt über die weitere Verfahrensweise für Syrien diskutieren. Washington wird vermutlich dafür stimmen, die Rebellen zu bewaffnen und sie mit dem nötigen Equipment auszustatten.

Auch die Türkei hat in der Syrien-Frage bisher nicht viel mehr als Wort geliefert (mehr hier). Die Türkei muss hier klar Stellung beziehen, denn das syrische Nachbarland hat viel Einfluss (der Streit zwischen dem Iran und der Türkei um Syrien sollte hierbei in den Hintergrund geraten – mehr hier). Der syrische Nationalrat trifft sich in Istanbul und die Türkei hat große Flüchtlingslager für Syrer eingerichtet (außerdem kann die Türkei der Freien Syrischen Armee umfassende Unterstützung leisten – mehr hier).

Die internationale Kommission des Roten Kreuzes hat nach Angaben von Reuters sowohl die Rebellen als auch die Assad-Anhänger um einen täglichen Waffenstillstand gebeten, um lebensnotwendige Hilfe an die betreffenden Orte bringen zu können.

„Der Waffenstillstand sollte mindestens zwei Stunden täglich andauern, damit die ICRC-Mitglieder und der Syrisch-Arabische Rote Halbmond genug Zeit haben um Hilfe zu leisten und die Kranken und Verletzten evakuieren können“, so der ICRC-Präsident Jakob Kellenberger.

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