„Nur für Frauen“: Türkische Partei fordert separate Busse

Rosafarbene Busse sollen Frauen vor Übergriffen von Männern schützen. Der Antrag auf positive Diskriminierung soll in den nächsten Tagen dem Bezirksrat von Istanbul vorgelegt werden.

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Der Bezirksvorsitzende von Istanbul der türkischen Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit), Selman Esmerer, fordert rosafarbene Metrobusse, die ausschließlich Frauen transportieren sollen. Die sogenannten „Pembemetrobüs“ sollen immer nach drei, vier normalen Bussen kommen. Frauen sollen die freie Wahl haben, welchen Bus sie benutzen.

Es wird erwartet, dass Esmerer in den nächsten Tagen dem Gemeinderat von Istanbul vorstellt.

Esmerer unterstreicht in seiner Begründung, dass die Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel in Istanbul, wo es viele Verkehrsprobleme gibt, ein unbestrittenes Problem darstellt. Der Metrobus erfreue sich großer Beliebtheit bei den Menschen seit dem ersten Tag an, an dem er eingeführt wurde. Wenn jedoch der Verkehr stockt und die Busse überfüllt sind, komme es häufig zu unangenehmen Szenen, unter denen besonders die Frauen leiden. Die Frauen seien angewiesen auf die öffentlichen Transportmittel und „obwohl manche von ihnen schwanger sind, Kinder bei sich haben oder alt sind, bekommen sie in den überfüllten Bussen kaum Luft und sind dem Gerangel ausgesetzt. Häufig erleben sie Situation, in denen Männer handgreiflich werden und „ihre Ehre mit Füßen treten“, so Esmerer.

Esmerer, der sich für eine Umsetzung seines Plans stark machen möchte, ist sich sicher, dass weite Teile der Gesellschaft diese „positive Diskriminierung“ unterstützen werden.

Die Metrobusse sind Busse, die auf für sie vorgesehenen, vom normalen Verkehr abgetrennten Strecken fahren.

Die Saadet Partisi ist eine radikalislamische politische Partei und die direkte Nachfolgerin der Fazilet Partisi (Tugendpartei). Sie ist die politische Partei eines Teils der Milli-Görüş-Bewegung (Nationale Sicht). Ihr Vorsitzender war der verstorbene Necmettin Erbakan.

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