„Griechenland soll Inseln an die Türkei verkaufen“

Christoph Leitl, Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, erklärte, Griechenland solle auf Staatsterritorium zugunsten der Türkei verzichten. Das wäre ein großes Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Europa, meint er. Nebenbei wäre so auch endlich der Zypern-Konflikt gelöst, so die Ansicht Leitls.

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Schulden, Sparmaßnahmen, Proteste – ganz Europa versucht Griechenland aus der Krise zu bekommen. Christoph Leitl, der Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, hat den Masterplan: Griechenland soll „abgelegene, unbewohnte Inseln“ einfach an die Türkei verkaufen. Einen besseren Käufer für griechische Inseln als den Erzfeind Türkei hätte er sich nicht aussuchen können (der von Griechenland errichtete Grenzzaun hatte erst kürzlich für Verstimmung in der Türkei gesorgt – mehr hier).

Ob damit genügend Geld in die griechische Staatskasse fließen könnte? Das glaubt auch er nicht. „Es geht um die Symbolik: dass ein Land, das dringend Hilfe braucht, bereit ist, ein Stückchen seiner Souveränität abzugeben“, argumentiert er.

Die griechische Botschaft in Wien bezeichnet den Vorschlag Leitls als „Witz schlechter Qualität“ und als „Kakophonie“. „Weil Österreich keine Inseln hat“, lasse sich Leitl zu solchen Aussagen hinreißen, zitiert diePresse aus einer schriftlichen Stellungnahme der Botschaft.

Doch Leitl hält daran fest, dass die Anti-Griechenland-Stimmung in Europa so besänftigt werden könne, auch wenn sich die Türkei gar nicht am EU-Rettungsschirm beteilige (als Ausweg aus der Krise sehen allerdings viele Türken einen Job in der Türkei – mehr hier). „Der Verzicht auf Teile der eigenen Souveränität wäre ein Zeichen der Dankbarkeit für die Hilfe“, betont er.

Insel-Verkauf als Lösung von Zypern-Konflikt

Nebenbei hätte der Insel-Verkauf noch einen weiteren Vorteil. Leitl meint: „Langfristig sehe ich eine sehr wichtige Konvergenz zwischen der EU – also Griechenland – und der Türkei. Man könnte mit einer solchen Geste vielleicht sogar den Zypern-Konflikt lösen.“ Der griechische Botschafter in Wien, Themistoklis Dimidis, zeigt sich äußerst verstimmt nach den naiven Ratschlägen des Wirtschaftskammer-Präsidenten. „Sicher ist, dass das griechische Volk vorziehen würde zu hungern statt auch nur auf ein Stück seines Territoriums zu verzichten“, erklärt er.

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