Atomprogramm: Türkei kooperiert nun auch mit China

Die Türkei und China wollen stärker zusammenarbeiten. Die Kooperationsbereiche sind: Atomenergie, Bankenwesen und Export.

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Schon bald möchte die Türkei damit beginnen, mit China um die Errichtung einer Atomanlage in der Türkei zu verhandeln. Das teilte der stellvertretende Ministerpräsident Ali Babacan bei dem Besuch seines chinesischen Amtskollegen Xi auf dem Chinesisch-Türkischen Businessforum in Istanbul mit.

Das Ziel der Türkei ist es, bis ins Jahr 2023 insgesamt drei Kernkraftanlagen zu errichten. Bis jetzt hat die Türkei noch keine Atomkraftwerke, doch sie plant, in der kleinen Stadt İğneada im Nordwesten des Landes eins zu errichten.

Neben China verhandelt die Türkei auch mit Japan sowie Südkorea. „Ob wir mit den chinesischen Behörden über den zweiten oder den dritten Reaktor verhandeln, hängt von der Entwicklung der Gespräche mit Japan ab“, zitiert die türkische Tageszeitung Babacan.

Auch teilte der Vize-Ministerpräsident mit, dass chinesischen Banken in der Türkei die Türen offenstehen. „Solange die chinesischen Banken den Kriterien der Regulierungs- und Aufsichtsbehörde für das Bankenwesen (BRSA) entsprechen, sind sie bei uns willkommen“, so Babacan.

Eine Filiale habe die Chinesische Bank bereits in Istanbul eröffnet. Auch wäre es positiv, etwa die staatliche Ziraat Bank oder eine andere Bank in China zu eröffnen, so Babacan.

Sein chinesischer Kollege Xi hingegen sagte, die Türkei und China hätten bereits 29 Geschäfts- und Handelsverträge im Wert von 1,4 Milliarden Dollar unterschieben (So hat die China Development Bank einen Kreditvertrag mit dem größten türkischen Mobilfunkanbieter Turkcell unterschrieben, mehr hier) . Die Türkei sei zu einer attraktiven Kraft in der Region geworden, die eine aktive Rolle in der Region spielt, so Xi weiter. Zwischen den beiden Ländern sei das Handelsvolumen bedeutend angestiegen. Doch der Handel ist für den türkischen Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan noch ausbaufähig. Für die Türkei seien die Handelsbeziehungen mit China sehr wichtig, doch bislang handele es sich hierbei um eine „einseitige Liebe“. (Zuletzt hatte China eine Bestellung von monatlich 30 Tonnen türkischem Lammdarm an die Türkei aufgegeben, mehr hier) Ziel ist, ein bilaterales Handelsvolumen von 50 Milliarden US-Dollar bis 2015 zu erwirtschaften.

In den letzten Jahren haben China und die Türkei Bau-Abkommen von über zehn Milliarden US-Dollar unterzeichnet.

Während der türkische Export nach China von 2,26 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr auf 2,46 Milliarden Dollar angestiegen war, verzeichnete der chinesische Export in die Türkei einen Rückgang von 21,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 17,1 Milliarden Dollar.

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