Iran-Konflikt: Westen sollte sich Türkei zum Vorbild nehmen

Sanktionen des Westens sollten den Iran in die Knie zwingen – doch stattdessen verhärtet sich seine Position. Ein militärischer Konflikt hätte allerdings schreckliche Konsequenzen. Die Türkei könnte hier als Vorbild dienen und den Weg aus der festgefahrenen Situation zeigen.

+++ Aktuell: Kein „Plan B“! Türkei will Teilung Syriens unbedingt verhindern +++ Somalia-Konferenz: Teilnehmerstaaten loben Türkei für vorbildliche Hilfe

Der Westen täte gut daran, sich in seinem Umgang mit dem Iran ein Beispiel an der Türkei zu nehmen – das ist die Empfehlung der Internationalen Krisengruppe ICG. Andernfalls könnte der Westen womöglich in einen gefährlichen Krieg mit dem Iran geraten (bereits Anfang Dezember 2011 wurde eine Eskalation befürchtet, nachdem der Iran den Abschuss einer US-Drohne meldete – mehr hier). Um das Problem diplomatisch zu lösen, muss er dem Iran einen realistischen Lösungsvorschlag zum Nuklear-Problem unterbreiten.

In dem Bericht mit dem Titel „Irans Nuklearprogramm im wilden Gewässer, Kriegsrisiken und Lektionen von der Türkei“, heißt es, generell sei man sich im Westen bewusst darüber, dass ein Krieg zerstörerische Konsequenzen haben würde. Dennoch ebneten die sich verstärkenden Sanktionen den Weg für eine militärische Konfrontation. Eine solche Politik habe, so der Bericht, „so gut wie keine Chance“, den Iran davon zu überzeugen, einen Schritt zurückzutreten. Noch nie schien eine militärische Konfrontation so wahrscheinlich, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Iran indessen hatte am vergangenen Wochenende angekündigt, dass die Gespräche zum Nuklearprogramm in der P5+1 Gruppe mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats zuzüglich Deutschland in Istanbul abgehalten werden sollen. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Weltgemeinschaft muss Iran viel stärker einbinden

Grundsätzlich hält die ICG die Gespräche für positiv. Dadurch könnte ein militärischer Konflikt verhindert werden. Dafür aber müsse die Weltgemeinschaft den Iran viel stärker einbinden. Auch aufsteigende Länder, denen sich der Iran stärker verbunden fühlt, müssten teilnehmen. Wirtschaftlicher Druck sei bestenfalls aussichtslos, im schlechtesten Fall jedoch kontraproduktiv. Teheran müsse ein realistischer Vorschlag unterbreitet werden. „Seien es Sanktionen, von deren Erfolg man eigentlich nicht ausgehen kann, oder aber eine Militäraktion, deren Konsequenzen schrecklich wären, es gibt keine Wahl. Es bleibt eine Niederlage.“

Türkei spricht sich 2010 gegen weitere Sanktionen aus

2010 hatte die Türkei ihren NATO-Verbündeten, die USA, enttäuscht, als sie sich gegen eine Sanktionierung des Iran als nicht-ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats ausgesprochen hatte. Vielmehr hatte sie für erweiterte Verhandlungen plädiert und argumentiert, Sanktionen würden die Spannungen nur verstärken und die Haltung des Iran weiter verhärten.

Außerdem war es der Türkei 2010 gelungen,  gemeinsam mit Brasilien un dem Iran einen Vertrag zu schließen, nachdem der Iran die Türkei mit 1.200 Kilogramm angereichertem Uran beliefert und im Gegenzug 120 Kilogramm von mit 20 Prozent angereichertem Brennmaterial für seinen Reaktor erhält.

Mehr zum Thema:

„Im Syrien-Konflikt kämpfen Türkei und Iran um Vorherrschaft in der Region“
Iran hilft Syrien beim Umgehen des Embargos
Die Wahrheit: Iraner lieben die Türkei!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.