Türkei warnt NATO: Koran-Verbrennung darf nie wieder geschehen!

Das einzige muslimische Mitglied der NATO, die Türkei, hat sich am vergangenen Freitag kritisch zu den Koran-Verbrennungen durch US-Soldaten auf dem US-Stützpunkt Bagram bei Kabul geäußert. In Richtung der Allianz sprach die Türkei „unumgängliche Warnungen“ aus, um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

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In einer am vergangenen Freitag veröffentlichen Erklärung des türkischen Außenministeriums verurteilt die Türkei den Vorfall scharf. Gleichzeitig, so berichten die türkischen Medien, leitete das Ministerium seine Bedenken auch an James Stavridis, Oberbefehlshaber der NATO – Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), weiter, der erst am 22. Februar in der Türkei zu Gast war.

Türkei beobachtet weitere Vorgänge genau

Auch auf die Reaktionen von US-Präsident Barack Obama und John R. Allen, Kommandant der Internationalen Schutztruppe Isaf (er entschuldigte sich sofort öffentlich – mehr hier), ging das Statement ein. Während Allen erklärte: „Wir unternehmen die nötigen Schritte, damit so etwas nie wieder passiert. Ich versichere, ich schwöre, dass das keine Absicht war“, hatte Obama den Zwischenfall vom 19. Februar in einem Brief an den afghanischen Kollegen Karsai als ein „bedauerliches Versehen“ bezeichnet und um Entschuldigung gebeten. Karsai hingegen sprach von einem „Akt der Ignoranz und Gedankenlosigkeit gegenüber dem Islam“.

Die Türkei lobte Obama für seine „Sensibilität“ und erklärte, dass sie die weiteren Entwicklungen hinsichtlich dieses Vorfalls beobachten und auch weiterhin Warnungen aussprechen würden, damit solche Vorgänge künftig nicht mehr passierten (bereits Ende Januar kam es in Afghanistan zu einer ganz anderen Gräueltat. Ein Mann tötete seine Frau, weil diese ein Mädchen zur Welt gebracht hatte – mehr hier).

Wütende Proteste forderten bereits mehr als 20 Todesopfer

Bereits seit fünf Tagen in Folge wüten nun in ganz Afghanistan tödliche Proteste (im Land befindet sich außerdem der größte Koran der Welt – mehr hier): Die Koran-Verbrennung durch US-Soldaten hat mittlerweile mehr als 20 Todesopfer, darunter zwei US-Soldaten gefordert. In Kabul skandierten am vergangenen Freitag aufgebrachte Massen „Tod für Obama“. In der Zwischenzeit haben sich die Proteste auch auf den Irak, Malaysia und Bangladesch ausgeweitet. An diesem Samstag ist erneut ein Todesopfer zu beklagen. So soll es südlich der Hauptstadt Kabul in der Provinz Logar zu einer Schießerei gekommen sein. Hunderte wütende Demonstranten waren dort mit Sicherheitskräften zusammengestoßen.

Auch die Bundeswehr zog mittlerweile ihre Konsequenzen: Früher als zunächst geplant wurde nun der Stützpunkt in Talokan, der ebenfalls von Demonstranten mit Steinen beworfen wurde, vollständig geräumt. Eigentlich war das erst für kommenden März angedacht. Die schwierige Sicherheitslage machte diesen Schritt aber nun früher nötig. Die 50 dort stationierten Soldaten sind ins 70 Kilometer entfernte Feldlager Kundus abgerückt. Derzeit bewacht die afghanische Armee das verlassene Camp.

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