Somalia-Konferenz: Teilnehmerstaaten loben Türkei für vorbildliche Hilfe

Wie der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am Rande der Somalia-Konferenz in London mitteilte, hätten die dort teilnehmenden Staaten die Türkei für ihren "konstruktiven Beitrag zum Wiederaufbau des Landes" gelobt. Alles, was die Türkei versprochen hätte, sei auch umgesetzt worden - und das mit Respekt vor der gebeutelten ostafrikanischen Nation.

Gegenüber den anwesenden Journalisten stellte Ahmet Davutoğlu heraus, dass die Hilfe der Türkei für Somalia keineswegs strategische Gründe habe, sondern diese aus humanitärer Verantwortung heraus geleistet werde (der Türkei wurden „neo-kolonialistische Absichten“ vorgeworfen – mehr hier). Die Türkei hatte sich in den vergangenen Monaten, wie übrigens auch Katar, als Geberland hervorgetan (Anfang August startete eine großangelegte Hilfsaktion – mehr hier, und auch somalische Studenten in der Türkei empfangen – mehr hier). Dieser Umstand, so Davutoğlu weiter, sei auch während der Konferenz immer wieder aufgefallen. Die Türkei sei das am meisten erwähnte Land gewesen, so der Außenminister (auch U2-Frontmann Bono dankte Erdogan für das Engagement in Somalia – mehr hier). In jedem Meeting, das er besucht hätte, wären die Nationen voll des Lobes für das Engagement der Türkei gewesen (Mitte September 2011 war das erste Schiff mit Hilfsgütern in Mogadischu eingetroffen – mehr hier).

Türkei rüttelt Internationale Gemeinschaft auf

Nach Ansicht Davutoğlus sei es auch die Türkei gewesen, die die Internationale Gemeinschaft auf die Notwendigkeit humanitärer Hilfe in Somalia hingewiesen hätte und dass dazu auch eine Verbesserung der Sicherheit, der öffentlichen Ordnung sowie die Hilfe bei der Entwicklung politischer Strukturen gehöre (auch die türkische Wirtschaft will sich offenbar engagieren. Turkcell hat angekündigt, in Somalia investieren zu wollen – mehr hier, schon im Sommer 2011 appellierte der Präsident des Türkischen Roten Halbmondes (Kızılay), Tekin Küçükali, die Leute sollten weniger für Schönheit, sondern mehr für den Kampf gegen Hunger ausgeben – mehr hier).

Dringend: Somalia braucht neue Verfassung und Parlament

Die mehr als 50 teilnehmenden Staaten der Somalia-Konferenz wollen zwar Hilfe beim Aufbau von Sicherheitsstrukturen innerhalb des Landes leisten, zu einer stabilen politischen Ordnung beitragen und die internationale Unterstützung künftig besser koordinieren, zentral sei auch der Beistand im Kampf gegen Terrorismus und Piraterie – das Land selbst heißt gezielte Luftschläge gegen Al-Kaida willkommen. Doch der ostafrikanische Staat, der 20 Jahre lang von einem Bürgerkrieg gebeutelt wurde, müsse nun in aller erster Linie schnell eine stabile Regierung installieren und diejenigen abstrafen, die solche Fortschritte verhindern wollen. Eine weitere Verlängerung der Amtszeit der vom Westen gestützten Übergangsregierung in Mogadischu werde jeenfalls nicht geduldet.

Der Zeitpunkt für eine Wende könnte nicht günstiger sein: Die internationale Gemeinschaft will laut der gemeinsamen Erklärung einen „Schlüsselmoment“ in der Geschichte des Landes nutzen, das gerade erst die weltweit schwerste humanitäre Krise hinter sich habe. Als entscheidend wird jetzt die Verabschiedung einer neuen Verfassung und ein neues Parlament angesehen. Unterstützend fließen aus den USA nun weitere 64 Millionen Dollar ins Land. Das sicherte Außenministerin Hillary Clinton zu. 900 Millionen sind bereits geflossen.

Eigentlich hätte auch Premier Recep Tayyip Erdoğan an der Konferenz teilnehmen sollen. Er musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Die Türkei wird im kommenden Juni einen weiteren Gipfel für Somalia ausrichten.

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