„The Artist“: Was kommt nach dem Oscar-Regen?

"The Artist" war während der Oscar-Nacht am vergangenen Sonntagabend die eindeutige Königin unter den Filmen. Der französische Stummfilm konnte die begehrte Trophäe insgesamt fünf Mal in Empfang nehmen. Doch was folgt daraus für die Schauspieler? Mehr Geld? Bessere Rollen? Was ist der Oscar eigentlich für diesen speziellen Film wert?

Eines scheint schon jetzt gewiss: An den Kinokassen wird „The Artist“ nach diesem außergewöhnlichen Erfolg sicherlich noch einmal einen ordentlichen Anzug erleben – im zweistelligen Millionenbereich liegt der Streifen bereits ohnehin. Gleiches gilt auch für die anschließenden DVD-Verkäufe – eben ganz so, wie es bei den meisten Oscar prämierten Filmen der Fall ist.

Auch Spartenfilme räumen nach den Oscars ab

Auch die meisten Oscar-Gewinnerinnen und Gewinner erleben kurz nach dem Triumph einen regelrechten Karriereschub. Für manche war es auch der Beginn einer ganz große Karriere (auch Meryl Streep gewann ihren ersten Oscar bereits in jungen Jahren – mehr hier). Doch wie steht es hier um die extravaganten Produktionen? Auch für frühere Außenseiter gilt dieses Phänomen. Betrachtet man sich nur einmal „Slumdog Millionaire“ aus dem Jahr 2008. Vor seiner Nominierung „dümpelte“ das Werk vier Monate lang nur so dahin. Kaum war der Erfolg greifbar schossen auch die Kinobesucherzahlen sprunghaft in die Höhe.

Harvey Weinstein, Chef der Weinstein Company, die „The Artist“ in die USA gebracht hat, kann bereits ein Liedchen davon singen, was ein Oscar wirklich bedeutet. Erlebt hatte er es bereits 2002 mit dem Musical „Chicago“. Spielte die Produktion vor der Nominierung bereits 64 Millionen Dollar ein, waren es danach satte 170 Millionen. Und noch ein weiterer Streifen fällt in seinen Erfahrungsbereich. Auch „Shakespeare in Love“ erlebte im Zuge der Academy Awards eine 60-prozentige Zuwachsrate. Auch im Fall von „The Artist“ ist die Weinstein Company ganz klar der Gewinner.

Jean Dujardin wird kaum in einem Mainstream-Film besetzt

Doch wie steht es um Hauptdarsteller Jean Dujardin? Sein Triumph nach der Oscar-Nacht ist trotz seiner Auszeichnung weitaus ungewisser. Jo Piazza von der „Huffington Post“ schätzt, dass es gerade in seinem Fall mehr als unwahrscheinlich sei, dass er nun plötzlich in großen Hollywood-Blockbustern zu sehen sein wird, die ihm auch das eigene Konto ordentlich füllen würden. „Genauso wie Roberto Benigni – er gewann 1997 für „Das Leben ist schön“ – wird Jean auf Grund seiner begrenzten Englisch-Kenntnisse und seines starken französischen Akzents ein Problem damit haben in Mainstream-Filmen besetzt zu werden.“ Wahrscheinlich, so meint auch Bradley Jacobs von der „US Weekly“, fährt er besser damit französische Rollen in amerikanischen Filmen anzunehmen. Er verweist hier auf Penelope Cruz. In den Filmen, die sie mit Pedro Almodovar gedreht hätte, sei sie großartig gewesen. Hier konnte sie Spanisch sprechen, während es ihren englischsprachigen Rollen immer etwas an den feinen Nuancen gefehlt hätte. Einzig Woody Allen ließ beides zu als er sie für „Vicky Cristina Barcelona“ besetzte. Der Erfolg gab ihm Recht und die Cruz gewann einen Oscar dafür.

Auch die US-Medien hoffen nun, dass die Zeit von Jean Dujardin nach seinem Mega-Erfolg mit „The Artist“ noch nicht vorbei sei. Gerne würden sie ihn etwa als Bond oder in einem nächsten Tarantino-Film sehen. Aber vielleicht kommt alles auch ganz anders.

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