DNA-Analyse: Ötzi hatte Migrationshintergrund!

Die Todesursache des wohl bekanntesten Mannes aus dem Eis ist der Öffentlichkeit bereits seit längerem bekannt. Jetzt ist es einem 41-köpfigen Forscherteam erstmals gelungen Ötzis Erbgut zu entschlüsseln - mit erstaunlichen Ergebnissen, die jetzt in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht wurden.

+++ Aktuell: Endlich in der Türkei! Baywatch-Star Pamela Anderson ist wieder an ihrem Lieblingsort +++

Sein Tod vor 5300 Jahren war grausam: Auf seinen Schädel wurde eingeschlagen, seine Hauptschlagader war mit einem Pfeil durchtrennt worden. Sein Tod kam wohl unverhofft. Kurz zuvor hatte sich Ötzi noch eine ausgiebige Mahlzeit gegönnt. Viel haben die Forscher seit seiner Entdeckung im Jahr 1991 durch die beiden deutschen Bergwanderer Erika und Helmut Simon aus Nürnberg in den Ötztaler Alpen über den „Mann vom Hauslabjoch“ herausgefunden. Jetzt, nach mehr als 20 Jahren, konnte man dem „Kriminalfall Ötzi“ weitere Geheimnisse entlocken. Erstmals gelang es Wissenschaftlern Ötzis Erbgut aus seiner Kern-DNA zu sequenzieren.

Ötzi hat Verbindungen zu Korsika und Sardinien

Neben einschlägigen Erkenntnissen über seinen Gesundheitszustand – aus heutiger Sicht wäre Ötzi wahrscheinlich als absoluter Risikopatient eingestuft worden – haben die Wissenschaftler auch Interessantes über seine Abstammung in Erfahrung bringen können (auch jeder fünfte Deutsche hat Wurzeln in einem anderen Land – mehr hier). Dass er einst braune Augen hatte und Blutgruppe null in sich trug ist dabei jedoch weit weniger interessant als die Tatsache, dass die Eismumie, deren Todeszeitpunkt auf etwa 3359 und 3105 v. Chr. bestimmt wurde, und die heutigen Bewohner des südlichen Korsikas und des nördlichen Sardiniens gemeinsame Ahnen aufweisen. Er selbst verbrachte wohl die meiste Zeit seines Lebens im Tiroler Eisacktal (ob er sich da wohl besonders fremd fühlte? – mehr hier). Wie die Verbindungen zu Korsika und Sardinien tatsächlich entstanden sind – es kommen zum Beispiel spätere Wanderbewegungen in Betracht – ist allerdings noch nicht bekannt (Goethe hatte übrigens türkische Vorfahren – mehr hier).

Für die aufschlussreichen Untersuchungen unter der Leitung von Dr. Albert Zink, Leiter des Instituts für Mumienforschung und Ötzi Uni EURAC Bozen, wurden Ötzi, der übrigens nur 45 Jahre alt wurde, lediglich 0,1 Gramm Knochen aus der linken Hüfte entnommen.

Mehr zum Thema:

„Döner-Aise”: Rassismus oder Narrenfreiheit?
Integrationsministerin Bilkay Öney: Doppelte Staatsbürgerschaft für Türken in Ausnahmefällen
Kinder in Deutschland: Deutsch ist Fremdsprache!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.