Türkei: Schwul-lesbische Zeitung geht online

Mit der Webpräsenz wollen die Macher der Zeitschrift all diejenigen erreichen, die sich nicht trauen, eine Zeitschrift zu kaufen. Doch sie sind zuversichtlich: Die Vorbehalte gegen Homo- und Transsexuelle werden immer weiter sinken.

Aktuell: Facebook zensiert anti-türkische Inhalte

Die Zeitschrift KAOS GL mit Themen von und für Homo- und Transsexuelle kann nun auch Online gelesen werden.

Seit 1994 gibt es die Zeitschrift in Papierform, in der sich sogenannte LGBT, d.h. Lesben, Gays, Bisexuelle und Transsexuelle, Verhör verschaffen. Mit der neuen Webpräsenz möchten die Macher nun auch alle diejenigen erreichen, die sich nicht trauen, zum Kiosk zu gehen, um sich eine Zeitschrift zu kaufen.

Unter der Adresse kaosgldergi.com können Leser die jeweils aktuelle Ausgabe der Zeitschrift nachlesen oder alle Zeitschriften als PDF herunterladen. Ein Jahresabo kostet nur 25 Türkische Lira. LGBTs, die in Haft sitzen oder fliehen mussten, bekommen die Zeitschrift umsonst zugeschickt.

Umut Güner vom KAOS-Verein betont, dass viele LGBTs im Verborgenen leben und sich nicht trauen, eine Zeitschrift zu erwerben.

„Das war auch ein Grund, weshalb wir diese Online-Seite gegründet haben. Viele trauen sich nicht, eine solche Zeitschrift mit nach Hause zu bringen. Nicht nur das, sie trauen sich gar nicht erst, eine solche Zeitschrift zu erwerben. Das ist verständlich, denn leider ist das Risiko sehr groß“.

Während es in Metropolen leichter sei, sich als Homosexueller zu verstecken, sei das in kleinen Städten schon viel schwieriger, so Güner. Wenn es der Umgebung auffalle, dass jemand homosexuell ist, könne es sein, dass der oder diejenige aus seiner Wohnung geworfen wird oder die Arbeit verliert. Das alles könne dazu führen, dass das Leben unerträglich wird.

Dennoch geht Güner davon aus, dass sich mit der Zeit immer mehr Menschen trauen werden, die KAOS-Zeitschrift nach Hause mitzunehmen.

„Auch Heterosexuelle unterstützen uns in unserem Bemühen, gegen Homophobie und Transphobie anzugehen. Das wird auch dazu beitragen, dass die Zeitschrift KAOS GL zunehmend leichter gelesen wird“, zitiert die Zeitschrift Bianet Güner.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.