Gül: Auch Russland und Iran werden sich von Assad abwenden

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch Russland und der Iran in der Syrien-Frage umdenken, glaubt der türkische Staatspräsident Abdullah Gül. Bald werden sich auch diese Länder der internationalen Gemeinschaft in der Bemühung, Assad zu stürzen, anschließen. Das syrische Volk hat diese Zeit allerdings nicht.

Doch obwohl Gül und die Türkei davon überzeugt sind, dass Assad so schnell wie möglich abtreten soll, ist er der Meinung, dass auch die Opposition noch nicht auf eine führende Position in Syrien vorbereitet sei, erklärte der türkische Staatspräsident Reuters.

In der Syrien-Frage hat sich besonders die Türkei hervorgetan (US-Professorin Slaughter verlangt ein entschiedeneres Vorgehen der Türkei – mehr hier). Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze beherbergen tausende von geflohenen Syrern und in Istanbul tagt regelmäßig die syrische Opposition.

China und Russland hatten bei der UN-Resolution ihr Veto eingelegt (auch ohne die UN will die Türkei jetzt handeln – mehr hier). Und auch der Iran fällt dem Rest der Welt mit der Unterstützung des Regimes in den Rücken (der Iran hilft Syrien das Embargo zu umgehen – mehr hier). Doch Gül ist weiterhin optimistisch. „Wir müssen warten und schauen, wie lange Russland die Verantwortung für dieses Regime tragen kann“, und weiter: „Meiner Ansicht nach, wird es nicht lange dauern“.

Gül: Waffen gegen das eigene Volk sind nicht tolerierbar

„Ich denke, mit der Zeit wird Russland erkennen, dass die Unterstützung Syriens vom Regime ausgenutzt wird. Russland wird das merken, wenn es sieht, welche schweren Waffen gegen das Volk von Syrien genutzt werden. Das ist nicht tolerierbar, sogar für Russland nicht“, so Gül.

Gül spricht von einer Zeit des Wartens, die die Syrer nicht haben. Jeden Tagen sterben mehr Syrer. Mittlerweile spricht die UN von mehr als 7.500 Opfern. Wie viele es in Wirklichkeit sind, kann niemand genau sagen.

Erst am Donnerstag gab es erneut einen Rückschlag gegen die Rebellen. Das sich bisher in oppositioneller Hand befindende Viertel Baba Amr wurde von der syrischen Armee eingenommen. Die Opposition rief die internationale Gemeinschaft zum Einschreiten auf.

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