17. Filmfestival Türkei/Deutschland: 49 Premieren in zehn Tagen

Seit vergangenen Donnerstagabend ist es soweit: Zum 17. Mal hat das Filmfestival Türkei/Deutschland in der mittelfränkischen Metropole Nürnberg seine Pforten geöffnet. Bis zum 11. März haben Besucher die Gelegenheit tief in die türkische Kinowelt abzutauchen.

Insgesamt werden in diesem Jahr stolze 59 deutsche und türkische Filme präsentiert. Davon sind allein 49 Streifen absolute Premieren in Deutschland. Neben Highlights auf der Leinwand haben die Organisatoren des 17. Filmfestival Türkei/Deutschland jedoch noch mehr zu bieten. In mehr als 60 Panels werden Künstlergespräche mit deutschen und türkischen Filmleuten geführt, die während der Festivalzeit in Nürnberg anwesend sein werden.

Ehrenpreis für türkischen Film-Star Tarık Akan

Unter den Anwesenden ist auch der türkische Film-Star Tarık Akan. Er erhielt auf der Eröffnungsgala am vergangenen Donnerstag eine Ehrenauszeichnung. Während der kommenden Tage präsentieren die Festivalmacher eine ganze Reihe von Werken, in denen die türkische Schauspiel-Legende mitgewirkt hat und die dank ihm auch international Erfolge feiern konnten. Insgesamt kommen sechs Filme zur Aufführung, die zu den Höhepunkten

In Deutschland ist Tarık Akan vor allem durch eine Produktion aus den frühen 80er Jahren bekannt. „Yol – Der Weg“, in dem Akan die Hauptrolle übernommen hatte, wurde 1982 sogar mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. Er markierte am 1. März auch den Auftakt des jährlich stattfindenden länderübergreifenden Festivals, das seit geraumer Zeit auch durch Größen wie Nuri Bilge Ceylan, Christian Petzold oder Fatih Akın unterstützt wird.

„Der Film ‚Zenne'“, so berichtet derzeit der „Bayerische Rundfunk“ über die Veranstaltung, „wird in Nürnberg erstmals einem Publikum außerhalb der Türkei gezeigt. In ihm geht es um die Freundschaft von Daniel, einem deutschen Fotojournalisten, mit dem Bauchtänzer Can sowie Ahmet aus dem Osten der Türkei, die sich zufällig in Istanbul begegnen. Gemeinsam kämpfen sie gegen Diskriminierung und den repressiven Staatsapparat. Der Film beruht auf der wahren Geschichte Ahmets.“ Die Produktion der beiden Regisseure M. Caner Alper und Mehmet Binay konkurriert mit zwei weiteren türkischen – Derviş Zaims “Gölgeler ve Suretler” und “Lal Gece” von Reis Çelik (er war auch schon auf der diesjährigen Berlinale zu sehen – mehr hier) – und fünf deutschen Filmen um die Gunst der Jury.

Festivalabschluss mit „Es war einmal in Anatolien“

Auch in diesem Jahr wird eine Jury sowohl den besten Schauspieler als auch den besten Spiel- und Kurzfilm prämieren. Daneben gibt es außerdem einen Publikumspreis. Den Abschluss am 11. März macht der Film „Es war einmal in Anatolien“.

Das Festival kommt überdies besonders gut bei der Jugend an: Dr. Matthias Strobel bezeichnete das Festival während der Eröffnungs-Pressekonferenz als ein besonders wichtiges und vor allem zentrales Kulturereignis. „Kaum eine andere Veranstaltung schafft so leicht einen wechselseitigen, tiefen Einblick in die jeweiligen Kulturen. Kultur – und das Medium Film eignet sich hierzu besonders – kann durchaus die Rolle eines geistigen Türöffners spielen“. Gerade vor diesem Hintergrund sei man sehr froh darüber, dass das Schulfilmprogramm so stark nachgefragt werde. „Für die nächsten 10 Tage haben sich bereits 75 Schulklassen mit annähernd 2.000 SchülerInnen angemeldet. Das ist ein neuer Rekord und unterstreicht die Bedeutung, aber auch die Attraktivität des Festivals.“

Hier geht’s zum Filmprogramm.

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