„Wirtschaftskrise für neue Wege in der Rüstungskooperation nutzen“

Die Türkei sucht nach neuen Möglichkeiten der Rüstungskooperation mit Europa. Neben dem Knowhow hat die Türkei Industrie und Kapital zu bieten. Eine stabile Türkei sorgt auch für Stabilität in der Region, so Murad Bayar, Untersekretär der Verteidigungsindustrie des türkischen Verteidigungsministeriums.

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„In Zeiten, in denen jeder dazu gezwungen ist, seine Ausgaben zu reduzieren, stellt sich die Frage, wie das Leistungsvermögen gewahrt bleiben kann“, so Murad Bayar, Untersekretär des Verteidigungsindustrie des türkischen Verteidigungsministeriums und meint damit vor allem eins: Das Leistungsvermögen der militärischen Streitkräfte in Europa und der Türkei.

Zurzeit sucht die Türkei nach Möglichkeiten der Rüstungskooperation mit Europa und zu bieten hat sie einiges: Als Kooperationspartner kann sie die Erfahrungen ihrer gut funktionierenden Armee einbringen, die immer wieder mit Bedrohungen ihres Militärs und ihrer Sicherheit konfrontiert wird. Desweiteren hat die Türkei ihre Ausgaben für Verteidigung erhöht und könnte qualifizierte Partner-Industrien einbringen.

Zurzeit machen Kooperationsprogramme mit Europa 25 Prozent der türkischen Verteidigung aus. (Kürzlich hat die türkische Waffenindustrie ihr Exportrekord gebrochen, mehr hier)

Wie diese Zahl zu bewerten ist, ist eine Frage der Interpretation. „Das ist nicht so schlecht“, doch auf jeden Fall noch verbesserungsfähig.

Die Wirtschaftskrise soll dabei als Chance wahrgenommen werden. Bayars Vorschlag: die Krise nutzen und altes Denken abstreifen, um „grundsätzlich neue Wege der Verteidigungszusammenarbeit“ zu beschreiten.

Zu sehr noch sei man dem Denken des Kalten Krieges verhaftet. Damals war die Situation noch einfach. Auf beiden Seiten hatte man „das ganze Menü der Möglichkeiten“, derer man sich bedienen konnte. Heute ist die Situation komplexer: „Wir haben Syrien, den Irak, Balkan, und Russland. Alle verlangen nach einer anderen Herangehensweise. Außerdem konzentrieren sich die Konflikte nicht auf einen bestimmten Punkt, sondern sie wandern“, so Bayar. Hier sind starke Koalitionen gefragt.

Die Verteidigungsstrategien von Europa und der Türkei unterscheiden sich

Die Rolle, die die Türkei bei der Verteidigung spielt, unterscheidet sich grundlegend von der Europas. Europa konzentriert sich auf Konflikt-Prävention, Friedenserhaltung und der Stärkung der internationalen Sicherheit. Selbstverteidigung oder die Verteidigung des Heimatlandes sind hier nicht oberste Priorität. Ähnliches bei der Türkei zu erwarten, wäre naiv in Anbetracht ihrer Nachbarn, so Bayar. Von all den die Türkei umgebenden Ländern wie Syrien, Irak, Iran etc. sei Griechenland noch der beste Nachbar, fügt er hinzu. Außerdem habe die Türkei eine Tradition in militärischer Verteidigung „nicht um sie zu gebrauchen, aber um Stabilität in der Region zu sichern“. Diese sichere die Türkei vor allem durch eins: in dem sie selbst stabil bleibt.

„Die Türkei leistet einen positiven Beitrag zur Stabilität in der Region hauptsächlich, in dem sie selbst stabil bleibt“

An einer Zusammenarbeit mit Europa ist der Türkei besonders gelegen: Europa würde eine Partnerschaft mit der Türkei mehr Wert schätzen als die USA, „allerdings nur der Bedingung, dass beide Seiten gleichberechtigt sind“, so Bayar.

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