Schlacht der Rentnerinnen: Russland schickt Omi-Gruppe zum Eurovision Song Contest

Deutschland schickt Roman Lob ins Rennen, Armenien tritt gar nicht erst an und der türkische Newcomer Can Bonomo spaltet die Nation. Wirklich interessant wird der Eurovision Song Contest 2012 allerdings erst jetzt. Denn Russland schickt eine echte "Omi-Gang" ins Rennen.

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Die einen würden es mutig nennen, die anderen absolut verrückt. Eines ist den russischen Teilnehmern am diesjährigen Eurovision Song Contest im aserbaidschanischen Baku allerdings sicher: Jede Menge Aufmerksamkeit. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Damen von „Buranovskije Babushki“ sind keine gewöhnliche Girl-Group, wie man sie haufenweise in der internationalen Musikwelt findet. Knappe Kleider, sexy Makeup und verführerisches Äußeres – das haben sie nämlich längst hinter sich.

Russland schickt vom 22. bis 26. Mai eine echt volkstümliche Gruppe ins Rennen und begibt sich damit in unmittelbare Nähe der Briten, die sich in diesem Jahr für den immerhin schon 76-jährigen Schlagersänger Engelbert Humperdinck entschieden haben.

„Buranovskije Babushki“ stehen für russische Tradition

Die rüstigen Omis kommen aus der russischen Republik Udmurtien, ungefähr 1300 Kilometer von Moskau entfernt. Zweimal wollten die sechs Damen bereits am Wettbewerb teilnehmen. Jetzt hat es endlich geklappt. Überzeugen wollen sie in Baku nicht nur stimmlich, sondern auch mit ihrer besonderen Tracht bestehend aus roten Kopftüchern und langen, bunten Gewändern, die von einfachen Holzschuhen abgerundet werden. Ein Konzept, das in der Heimat durchaus ankommt. Immerhin konnten „Buranovskije Babushki“ sowohl die Gewinnerin des Jahres 2008, Dima Bilan, als auch  Julia Volkova, früher Teil der international bekannten Band „Tatu“, ausstechen (in der Türkei war die Wahl eines echten Newcomers hingegen eine echte Überraschung – mehr hier).

Russinnen wollen Engelbert  Humperdinck schlagen

Die Entscheidung eine volkstümliche Gruppe antreten zu lassen, sei, so heißt es, jedenfalls ganz bewusst gefallen. Das sei gelebte Tradition und Kultur, die man nicht vergessen dürfte (Can Bonomo entschied sich hingegen für einen Mix und vor allem für die englische Sprache – mehr hier). Die Gelegenheit in Baku ist günstig. Bis zu 100 Millionen TV-Zuschauer aus der ganzen Welt werden anlässlich des Events einschalten. „Buranovskiye Babushki“-Produzentin Kseniya Rubtsova ist jedenfalls zuversichtlich, dass ihre Damen Erfolg haben werden. Alle seien sehr engagiert und würden die Herausforderung, den 76-jährigen BBC-Kandidaten Humperdinck, der vor allem durch seinen Hit „Release Me“ bekannt ist, zu schlagen, annehmen.

„Er ist ein sehr ernst zu nehmender Anwärter, in unserem Land und auf der ganzen Welt sehr bekannt“, so die Produzentin. Nichtsdestotrotz, seine Mädels, die älteste unter ihnen ist ebenfalls 76 Jahre, würden ihre Hoffnungen vollends auf Gott setzen. Geld für den Bau einer Kirche in ihrem Dorf schicken sie natürlich auch. Dann muss es mit dem göttlichen Segen aber wirklich klappen (Der türkische Rockstar Kıraç sieht für seinen Landsmann schon jetzt Schwarz – mehr hier).

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