Osama Bin Laden: Wurde er von einer eifersüchtigen Ehefrau verraten?

Auch fast ein Jahr nach dem Überfall auf sein Versteck in Pakistan ist die Geschichte um den einstigen Terrorfürsten Osama Bin Laden noch nicht zu Ende geschrieben. Wie jetzt behauptet wird, soll er damals von einer seiner Ehefrauen verraten worden sein. Diese war angeblich eifersüchtig auf die jüngste Gespielin des einstigen Al Qaida-Chefs.

Khairiah Saber, die älteste von Osama Bin Ladens insgesamt fünf Ehefrauen, soll ihn aus Rache verraten haben, weil der sich zu Amal Ahmed Abdel-Fatah al-Sada gelegt haben soll, während sie eine Etage tiefer schlief. So zumindest die Theorie eines pakistanischen Beamten, der aktuell von der „Daily Mail“ zitiert wird.

Der pensionierte Brigadegeneral Shaukat Qadir, der den Einsatz der US-Spezialtruppen, die im vergangenen Mai Bin Laden aufspürten und töteten (US-Präsident Obama bezeichnete das Ereignis als einen Sieg der Gerechtigkeit – mehr hier), untersucht hat, behauptet zudem, dass Saber selbst mit Al Qaida zusammen gearbeitet hätte. Er beruft sich dabei auf Informationen, dass „jemand sehr wichtiges“, der in Abbottabad lebte, sich zunächst an die Taliban, dann an den pakistanischen Geheimdienst ISI und schließlich an den US-amerikanischen CIA gewandt hätte. Daneben deutete Qadir an, dass Al Qaida 25 Millionen Dollar auf seinen Kopf ausgesetzt hätte. Beweise dafür brachte er allerdings nicht. Während Pakistan behauptet, es sei im Vorfeld nicht über die Razzia in Bin Ladens Versteck informiert worden, erkärt Qadir nun, dass einige Leute innerhalb des Geheimdienstes das durchaus hätten wissen müssen.

Skepsis: Warum war Khairiah Saber wieder aufgetaucht?

Laut „Sunday Times“ habe Osama Bin Laden durchaus verstanden, was um ihn herum vorginge, habe aber keinen Lebenswillen mehr gehabt. Die Probleme hätten begonnen, als Saber Anfang 2011, immerhin die Mutter von fünf Söhnen Bin Ladens, in das Anwesens in Abbottabad einzog. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verbrachte sie einen jahrelangen Hausarrest im Iran. Nach ihrer Freilassung, so Qadir weiter, habe sie Al Qaida erklärt, dass sie wieder bei ihrem Ehemann sein wolle. „Niemand hat wirklich verstanden, warum sie wieder zu ihm zurück wollte“, fährt Qadir fort. „Sie hatten keinen Kontakt mehr, zwischen ihnen war nichts mehr. Er schlief nur mit Amal.“

Die Ankunft von Saber, einer gut ausgebildeten saudischen Frau in den 60ern, wirkte auf den Haushalt, vor allem aber auf Amal und Siham Sabar sowie den 24-jährigen Sohn Khalid, geradezu verstörend. Jedem, so Qadir, sei verdächtig vorgekommen, dass sie zurückgekehrt wäre. Vor allem den jungen Khalid beschäftigte das sehr. Er glaubte nicht, dass Saber irgendeine Verbindung zum CIA hätte. Doch ihre Ankunft in Abbottabad signalisierte denjenigen, die Bin Laden jagten, dass er sich genau dort aufhalten könnte. „Wer sonst hätte sie in diese Gegend ziehen können?“

Die Theorien von Shaukat Qadir gehen nicht mit der Version der USA überein, die kommuniziert hatte, dass Bin Laden mit Hilfe eines Kuriers aufgespürt worden war (angeblich habe man seine DNA auch über eine falsche Impfaktion aufspüren wollen – mehr hier, laut Handylisten soll es auch Kontakt zur radikalen Gruppe Harakat-ul-Mujahedeen gegeben haben – mehr hier). Einblicke in die Familienverhältnisse der Bin Ladens erlangte Qadir als er einen der seltenen Zugänge zu den Transkripten der Vernehmungen von Amal durch den pakistanischen Geheimdienst bekam, die während der Razzia im vergangenen Frühjahr festgenommen wurde (Streitigkeiten gab es auch darüber, ob die Witwen von US-Behörden vernommen  werden dürften – mehr hier). Demnach sollen auch andere Familienmitglieder überzeugt gewesen sein, dass Bin Ladens älteste Frau ihn verraten habe. In der Tat war das Versteck, in dem Bin Laden seit Mitte 2005 gelebt haben soll, ein geradezu überfüllter Ort. Insgesamt 28 Menschen sollen dort wohnhaft gewesen sein: Bin Laden, seine drei Ehefrauen, acht seiner Kinder und fünf seiner Enkelkinder. Seine Kinder waren im Alter zwischen 24 Jahren – sein Sohn Khaled wurde bei dem Angriff getötet – und drei Jahren. Auch sein Kurier, dessen Bruder und deren Frauen und Kinder, waren dort untergebracht.

Böses Blut zwischen Khairiah Saber und jüngster Frau Amal

Mit dem Erscheinen Khairiah Sabers, die Bin Laden bereits in den 80ern geheiratet hatte, war das Familienleben nachhaltig gestört. Böses Blut gab es vor allem zwischen ihr und der jüngsten Ehefrau Amal, die vom Terrorfürsten bevorzugt wurde. Selbst pakistanische Beamte soll die aggressive Ehefrau bei späteren Befragungen eingeschüchtert haben. Amal hingegen blieb an Bin Ladens Seite als dieser von Afghanistan nach Pakistan flüchten musste. In der Sicherstellung seines Schutzes soll sie eine aktive Rolle übernommen haben (die USA verdächtigten auch Pakistan der Hilfe für Bin Laden – mehr hier). Bin Laden wollte sie an seiner Seite. Laut ihren Aussagen soll auch Bin Laden skeptisch gegenüber seiner ältesten Frau gewesen sein. Angst hätte er allerdings keine gehabt. Er habe das Schicksal entscheiden lassen wollen.

Einen Beweis dafür, dass Khairiah eine Rolle während des Endes Bin Ladens gespielt hat, gibt es hingegen nicht. Sowohl der pakistanische als auch der US-Geheimdienst erwähnen sie nicht (angeblich soll Bin Ladens Leiche aber auch nicht wie offiziell dargestellt im arabischen Meer versenkt worden sein – mehr hier).

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