Aéroports de Paris kauft Anteile an türkischer TAV Airports Holding

Für 874 Mio. US-Dollar hat das französische Unternehmen Aéroports de Paris 38 Prozent des türkischen Flughafenbetreibers übernommen. Nach dem spaltenden Genozid-Gesetz kommt es so zumindest wirtschaftlich wieder zu einer Annäherung der beiden Länder.

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38 Prozent der türkischen Airport Holding TAV gehört nun den Franzosen, das gab das französische Unternehmen am Montag bekannt. 874 Millionen Dollar waren die Anteile der Aéroports de Paris (ADP) wert. Somit haben die beiden Unternehmen nun eine der größten Flughafen-Allianzen weltweit. Das türkische Unternehmen wird auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt. ADP verfolgt mit den gekauften Anteilen das Ziel, weiter in aufstrebende Wirtschaftsmärkte zu investieren. ADP und TAV betreiben mit der neuen Partnerschaft direkt oder indirekt weltweit 37 Flughäfen und fertigen im Jahr um die 18 Millionen Passagiere ab.

Die TAV ist ein Zusammenschluss der Tepe Constructions und der Akfen Constructions. Ende der 90er Jahre schlossen sich beide Unternehmen zum Ausbau des Istanbuler Atatürk Flughafens zu einem joint-venture zusammen (dem Staatsgründer Atatürk verdankt die Türkei die Gewaltenteilung – mehr hier).

Seit 2010 betreibt TAV 10 Flughäfen in der Türkei, Tunesien, Georgien und Mazedonien. ADP ist nach Angaben französischer Medien auch an Anteilen weiterer Flughäfen in Brasilien, China, Indien und Russland interessiert. Die wirtschaftliche Partnerschaft der beiden Unternehmen könnte zu einer Entspannung der der türkisch-französischen Beziehungen führen (die Regierung boykottierte französische Autos – mehr hier).

Nach der Verabschiedung des Genozid-Gesetzes in Frankreich, dass die Leugnung des Völkermords an den Armenien unter Strafe stellen soll, drohte die Türkei sowohl mit politischen als auch wirtschaftlichen Sanktionen (das Gesetz wurde durch die französische Verfassungs-Kommission vorläufig gestoppt – mehr hier).

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