Ein Jahr nach dem Tsunami: Cyndi Lauper ist zurück in Japan

Die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März 2011 hat sich tief ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Vor genau einem Jahr rollte eine Riesenkatastrophe auf das ferne Japan zu. Damals vor Ort: Weltstar Cyndi Lauper. Jetzt kehrt sie zurück.

In Japan hat Cyndi Lauper seit März vergangenen Jahres einen ganz besonderen Stand. Die bekannte Sängerin ist nicht vor der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, die den Norden der Insel überrollt hat, davon gelaufen. Jetzt ist die Amerikanerin zurückgekehrt, um den Menschen zu zeigen, dass sie Japan auch nach einem Jahr danach nicht vergessen hat (die Japaner hatten wiederum die Türkei im vergangenen November nicht vergessen und spendeten heimlich – mehr hier).

Cyndi Lauper will Überlebende mit Musik trösten

Cyndi Lauper kam ausgerechnet am 11. März 2011 in Tokio an. Genau an dem Tag, an dem Japan von unglaublichen Naturgewalten heimgesucht wurde. Trotz Ängste, die durch das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst wurden, blieb sie, um wie geplant ihr Konzert durchzuziehen. Viele andere Künstler jedoch flohen aus Angst vor austretender Radioaktivität. Lauper hingegen war überzeugt, eine Pflicht gegenüber den Fans in Japan zu haben. Sie blieb, um die Überlebenden mit ihrer Musik zu trösten. Jetzt, ein Jahr später, will sie die Leute erneut mit ihrer Musik verzaubern. Während einer an diesem Montag stattgefundenen Pressekonferenz in Tokio forderte sie die Bürger auf, Produkte aus den betroffenen Regionen zu kaufen, um die Menschen dort zu unterstützen und dazu beizutragen wieder auf die eigenen Füße zu kommen. „Es ist eine große Tragödie, doch jeder versucht voran zu kommen. Ich will einfach nur sagen: Hey, vergesst Japan nicht“, so die Amerikanerin.

Japanische Regierung soll die Menschen nicht anlügen

Mittlerweile ist die Sängerin schon ein paar Tage im Land und hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Sie reiste in die betroffenen Gebiete, so besuchte sie zum Beispiel eine dortige Grundschule, um dort Kirschbäume zu spenden und mit den Kindern zu spielen, daneben besuchte sie einen Tempel und einen Musikladen, dessen betagter Besitzer ein vom Tsunami beschädigtes Klavier repariert hatte. Vor allem die isolierte Situation der Menschen im verstrahlten Fukushima habe sie sehr getroffen.

Besorgt zeigte sie sich auch über den Rückgang der Touristen im Norden des Landes. Nicht nur einmal wurde die japanische Regierung dafür kritisiert, wie sie mit der schlimmsten nuklearen Katastrophe seit Tschernobyl umgegangen ist (tonnenweise versickerte verseuchtes Wasser einfach im Erdreich – mehr hier). Ein ums andere Mal wurde Verwirrung gestiftet, gab es Verzögerungen und Missverständnisse, aber auch Versuche, die ganze Sache zu verharmlosen. 100.000 Menschen wurden seither aus dem betroffenen Sperrbezirk evakuiert. Noch heute fristen sie in Notunterkünften und haben Angst, welche Auswirkungen die Strahlung gerade auf ihre Kinder haben wird (im August 2011 schossen die Strahlenwerte auf ein Rekordhoch – mehr hier).

Auch Lauper appellierte an die Regierung, ihre Bürger stets wahrheitsgemäß zu informieren. „Wenn man Dinge nicht weiß, hat man Angst und fühlt sich machtlos. Information ist Macht.“ Cyndi Lauper wird am 13. März in Osaka, sowie am 15. März in Nagoya zu sehen sein.

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