Touristenführer dringend gesucht: Arabische Urlauber fliegen auf Istanbul

Die Anzahl arabischer Touristen in der türkischen Metropole Istanbul steigt seit Jahren. Geschuldet ist dies vor allem der Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen der Türkei und den Ländern des Mittleren Ostens. Ein weiterer positiver Effekt der Verbindung: Sie schafft Arbeitsplätze. Denn der Bedarf an Arabisch sprechenden Reiseleitern wächst.

3440 Reiseleiter sind derzeit allein in Istanbul aktiv, während es in der zentraltürksichen Provinz Sivas gerade einmal drei sind. Die City am Bosporus boomt (auch in Sachen Verkehrsdichte – mehr hier). Nirgendwo sonst kümmern sich so viele Menschen um die Touristen (auch türkische Serien kurbeln das Tourismus-Geschäft an – mehr hier). Das Land ist nach wie vor eine attraktive Urlaubsadresse: Insgesamt besuchten 2011 elf Prozent mehr Touristen die Türkei als im Vorjahr (die meisten kommen laut Ministerium für Kultur und Tourismus, nach wie vor aus Deutschland – mehr hier).

9000 aktive Reiseführer in der gesamten Türkei

Doch das Problem liegt auf der Hand: In der gesamten Türkei gibt es aktuell 5,356 englischsprachige Reiseleiter. Nur 183 sprechen Arabisch, gerade einmal 31 Persisch. Laut Şerif Yenen, Vorsitzender der türkischen Fremdenführer Vereinigung (TUREB), der sich auf Zahlen des Ministeriums für Kultur und Tourismus stützt, gibt es im Augenblick 13,241 zertifizierte Touristenführer im gesamten Land. 9,000 unter ihnen sind noch immer aktiv (in Moscheen sollen dagegen nur noch Geistliche Führungen abhalten dürfen – mehr hier).

Dabei könnten es gerne mehr werden. Denn wie Yenen erklärt, gäbe es gerade bei den arabischen Touristen, die in den vergangenen fünf Jahren die Türkei besuchten, einen signifikanten Anstieg zu verzeichnen (sie lösen die israelischen Touristen ab. Während es 2009 noch 912.000 arabische Touristen in der Türkei gab, stieg diese Zahl 2011 auf rund 1,4 Millionen – mehr hier). Zu ihren Top-Destinationen gehöre neben Istanbul (hier will Premier Erdogan die Skyline „aufräumen“ – mehr hier) auch die die viertgrößte Stadt der Türkei, Bursa zu Füßen des Uludağ-Gebirges (die Entwicklung des türkischen Hotelmarktes gehört zu den vielversprechendsten weltweit – mehr hier).

Bedarf an arabisch sprechenden Führen um bis zu 40 % gestiegen

Zwar sei, so Yenen weiter, Englisch immer noch die Fremdsprache, die von den Touristenführern am häufigsten gesprochen werde, doch der Bedarf nach arabischen Sprachkenntnissen sei auf Grund des neuen Besuchertrends in der Zwischenzeit um 30 bis 40 Prozent gestiegen (In einer Studie der Türkischen Stiftung für Wirtschaftliche und Soziale Studien (TESEV) sehen zwei Drittel der Befragten in der Türkei ein Modell für die arabische Region und eine erfolgreiche Verbindung von Islam und Demokratie – mehr hier). Viele hätten den Markt bereits erkannt und würden daher illegal als arabische Touristenführer arbeiten. Doch genau das sei der falsche Weg: Sie würden es den professionellen Anbietern dieser Dienstleistung immens schwer machen überhaupt einen Job zu finden (Schäden entstehen aber auch durch heimische TV-Produktionen, die illegal an historischen Stätten drehen – mehr hier). Die Folge, wenn auch nich von Yenen ausgesprochen: Die Qualität leidet.

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