„Kony 2012“: Ugandas Premierminister Mbabazi schießt via YouTube zurück

Binnen kürzester Zeit war "Kony 2012" zum absoluten YouTube-Hit geworden. Die Jagd nach Joseph Kony ist seither das Gesprächsthema unter Usern und Prominenten. Jetzt hat Ugandas Premierminister Amama Mbabazi auf die Kampagne reagiert.

Der afrikanische Politiker zog jetzt mit der Kampagne von „Invisible Children“ gleich und wandte sich ebenfalls via YouTube-Video an die Netzgemeinde. Daneben verfasste er eine ganze Reihe von Twitter-Nachrichten, in denen er sich direkt an einige Prominente richtete.

Die Reaktion von Amama Mbabazi folgte nur einen Tag, nachdem „Kony 2012“ Regisseur Jason Russell unangenehm in der Öffentlichkeit auffiel. Er war von der Polizei mitgenommen und in psychiatrische Behandlung überstellt worden, weil er im kalifornischen San Diego nackt und schreiend auf offener Straße unterwegs war und dort auch masturbiert haben soll. Wie ein Sprecher von „Invisible Children“ später erklärte, soll der 33-jährige Russell an „Erschöpfung, Dehydrierung und Unterernährung“ als Folge des Stresses, die „Kony 2012“ erzeugte, gelitten haben. Dem zweifachen Vater wird von Kritikern vorgeworfen, mit seiner „Kony 2012“-Kampagne eine zu vereinfachte, veraltete und vor allem wenig differenzierte Sicht auf Joseph Konys Rebellenterrorgruppe Lord’s Resistance Army (LRA), und den Konflikt in Uganda zu verbreiten (auch die dahinter stehende Organisation “Invisible Child” wird von manchen durchaus kritisch gesehen – mehr hier) .

“ Joseph Kony ist nicht gleichzusetzen mit Uganda.“

Mit seinem gut acht Minuten dauernden Video will Mbabazi jetzt die „gut gemeinte“ Absicht des Videos korrigieren und die „falschen Eindrücke“ zurückweisen, die die Menschen von seinem Heimatland nun auf Grund der 30-minütigen Dokumentation von Marshall haben. Mehr als 27.000 Menschen haben den am 17. März eingestellten Clip bereits angesehen:

Laut Mbabazi ist „Kony 2012“ nicht gerade repräsentativ für die derzeitige Situation in seinem Land. Er betont: „Die Kony 2012 Kampagne macht einen entscheidenden Punkt nicht deutlich: Joseph Kony ist nicht gleichzusetzen mit Uganda.“ Um seine Botschaft zu unterstreichen twitterte der Premier gleich an mehrere Celebrities, die halfen „Kony 2012“ bekannt zu machen, wie zum Beispiel Taylor Swift. Darin würdigt er zwar durchaus das Interesse der Promis für die „Perle Afrikas“, lädt diese aber nun persönlich ein, um sich vor Ort ein Bild der Lage machen zu können. Sie sollen „den Frieden und die Stabilität, die existiert“ und das „großartige Volk“, das dort zuhause ist, mit eigenen Augen betrachten.

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