Verpatztes Attentat: Menschenrechtsorganisation hilft türkischem Auftragskiller

Die Geschichte klingt wie aus einem spannenden Hollywood-Film. Und doch ist sie bittere Realität: Die türkische Menschenrechtsorganisation İHD hat einem Auftragskiller geholfen, nachdem dessen Auftraggeber ihn nicht bezahlt, sondern stattdessen damit gedroht hatten ihn selbst zu töten.

Der Mann, der in der türkischen Presse nur als Ö.A. bekannt ist, und als Söldner arbeitete, soll den Berichten zu Folge von einer kriminellen Bande angeworben worden sein. Der Auftrag lautete, den türkischen Geschäftsmann R.B. in der südtürkischen Provinz Adana umzubringen (auch in Deutschland gibt es eine islamische Paralleljustiz – mehr hier).

Geplantes Attentat auf Geschäftsmann ging schief

Angeblich haben sich beide Parteien für die Tötung von R.B. auf ein Honorar von 500,000 Lira geeinigt. Sodann machte sich Ö.A. an die Arbeit. Er verpasste dem Geschäftsmann einen Kopfschuss. Doch dieser überlebte die Attacke und die Gang weigerte sich in Folge dessen die ausgemachte Summe an den Auftragskiller zu bezahlen. Schließlich war er in ihren Augen nicht erfolgreich gewesen.

Dann wendete sich das Blatt: Ö.A. bat jetzt die İHD um Hilfe, da er sein Leben in Gefahr wähnte. Gegenüber der Menschenrechtsorganisation nannte er zudem gleich mehrere Namen von Polizisten, die in die kriminelle Bande, die ihn bedrohe würde, involviert seien.

Korruption bis in die höchsten Polizeiränge

Laut Osman Kara, İHD-Vorsitzender der Zweigstelle Adana, sei es das erste Mal, dass jemand mit einem solchen Fall an seine Organisation herangetreten sei. „Der Bittsteller spricht von Korruption, die bis in die höheren Polizeiränge hinein reicht. Ich hoffe, dass bald Licht in diesen Fall kommt und sich das Ganze aufklärt.“

R.B., der den Anschlag überlebte, bestätigte unterdessen Ö.A.s Behauptungen und reichte nun gemeinsam mit der İHD, der Staatsanwaltschaft von Adana und dem Innenministerium Klage ein. Mittlerweile hat ein Gericht Ermittlungsverfahren gegen drei Personen eröffnet, die mit dem Fall in Verbindung stehen sollen (der Fall mehrerer gewalttätiger Polizisten blieb allerdings ungesühnt – mehr hier). Übrigens: Auch Ö.A.s Vergehen blieben nicht ungesühnt. Er sitzt nun ebenfalls im Gefängnis (auch via Facebook hat die türkische Polizei bereits Erfolge erzielen können – mehr hier).

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