Letzte Ehre: Türkei verabschiedet sich von getöteten Soldaten

Die am vergangenen Freitag bei einem Hubschrauber-Absturz in Afghanistan getöteten türkischen Soldaten wurden an diesem Dienstag zu Grabe getragen. Zuvor fand für die zwölf Opfer im Beisein führender staatlicher Vertreter eine offizielle Zeremonie in Ankara statt.

Die offizielle Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten begann am Dienstagmorgen auf dem 4. Armee Generalkommando in Ankara. Unter den Anwesenden befanden sich, neben zahlreichen Top-Offizieren, Präsident Abdullah Gül, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (er hatte seinen für Samstag anberaumten Besuch in Deutschland auf Grund des Unglücks abgesagt – mehr hier), Außenminister Ahmet Davutoglu, CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu und Generalstabschef General Necdet Özel. Auch die Familien der Opfer waren bei der Zeremonie zugegen (einige brachen nach Erhalt der Todesnachricht zusammen – mehr hier).

Präsident Gül nimmt an Totengebet in Kocatepe  Moschee teil

Bereits am vergangenen Sonntag waren die Leichnahme der zwölf Getöteten, unter ihnen neun Offiziere, zwei Unteroffiziere und ein Feldwebel, in ihre türkische Heimat überführt worden. Sie landeten am Mittag auf dem Militärflughafen von Etimesgut. Anschließend wurden die Toten ins Rechtsmedizinische Institut (ATK) gebracht. Fünf der Soldaten wurden auf dem Soldatenfriedhof Cebeci in Ankara bestattet. Zuvor fand eine Trauerfeier in der Kocatepe Moschee statt. Auch President Gül nahm, neben zahlreichen Militärs, am Totengebet für die fünf Opfer teil, das vom Chef des türkischen Religionsamts, Mehmet Görmez, abgehalten wurde. Er erklärte, dass diese Fünf, die bei dem tragischen Hubschrauberabsturz getötet wurden, „kein anderes Ziel hatten als die Befriedung des afghanischen Volkes und ihnen zu helfen.“

Kinder verabschiedeten sich an Särgen von ihren Vätern

Auch hohe Staatsbeamte sprachen den Hinterbliebenen während des Begräbnisses ihr Beileid aus und standen ihnen in ihrer Trauer bei. Die Leichnahme der anderen sieben Soldaten wurde in ihre Heimatstädte überführt. Tränen, Gebete und Trauer dominierten beide Zeremonien, sowohl am Dienstagmorgen als auch in der Kocatepe Moschee. Viele der Anwesenden konnten ihre Tränen nicht zurückhalten als die Kinder der Gefallenen an die Särge herantraten, um ihren Väter für immer „Leb‘ wohl!“ zu sagen.

Das Unglück am vergangenen Freitag war das schwerste, das die Türkei seit Beginn ihres Einsatzes in Afghanistan zu verkraften hatte. Mittlerweile haben der Iran, die USA und Afghanistan ihr Beileid an die Türkei ausgesprochen. Bisher stieß der Einsatz in Afghanistan innerhalb der türkischen Bevölkerung auf wenig Kritik. Nach dem Absturz wurden jedoch Stimmen laut, die eine Hinterfragung fordern (allen voran MHP-Chef Devlet Bahçeli – mehr hier).

Die Namen der getöteten Soldaten, die in ein Haus in der Nähe von Kabul stürzten (dabei kamen auch Zivilisten ums Leben – mehr hier), lauten: Maj. Mithat Çolak, Maj. Şükrü Bağdatlı, Maj. Serkan Doğan, Maj. İsmail Cem Yakınlar, Cpt. Adil Erdoğan, Kommandant Sgt. Maj. Salih Helvacı, Kommandant Sgt. Maj. Mehmet Akbaş, Spc. Sgt. Önay Vurucu, Cpt. İlker Aydın, 1st Lt. Murat Yıldız, 1st Lt. Tahsin Barutçu und 1st Lt. Okan Melikoğlu.

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