Anteile an Staatseigentum: Griechenland hofft auf türkische Abnehmer

Im Zuge der Privatisierung staatlicher Unternehmen wendet sich Griechenland an ausländische Investoren. In Istanbul sprachen am Dienstag Vertreter der griechischen Privatisierungsagentur, des Investment-Büros sowie Offizielle des Außenministeriums mit türkischen Geschäftsleuten.

Griechenland plant, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, bis 2017 mit dem Verkauf oder dem Verleih von Anteilen an Staatseigentum 50 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Zum Verkauf und Verleih werden Anteilen an Wasserwerken, Häfen, Gasfirmen, Flughäfen, Postdiensten, Tourismus-Betrieben und Straßen angeboten. Geld, das Griechenland trotz des kürzlich gewährten Hilfspakets von 130 Milliarden Euro dringend benötigt. Denn der Internationale Währungsfonds (IWF) vermutet, dass dieses bei weitem nicht ausreicht. Der IWF schätzt, dass Griechenland in den kommenden zwei Jahren 164 Milliarden Euro braucht (der Präsident der österreichischen Handelskammer empfiehlt Griechenland, Inseln zu verkaufen – mehr hier). Türkischen Geschäftsleuten wurden die griechischen Unternehmen in Istanbul zum Kauf angepriesen.

Wie unterschiedlich die wirtschaftliche Lage der beiden Nachbarländer ist, zeigt sich an der griechischen Nationalbank. Diese hat schon seit Beginn der Krise 2008 mit ihrer türkischen Filiale, der Finansbank, mehr verdient als in Griechenland. Mittlerweile ist die Nationalbank nur noch 2,5 Milliarden Euro wert, während die Finansbank auf 4,1 Milliarden geschätzt wird.

Der griechische Privatisierungs-Koordinator Panos Protopsaltis erklärte, bei den zur Privatisierung angebotenen Unternehmen handele es sich zu 90 Prozent um solche aus dem Energie- und Immobiliensektor. Die Türkischen Investoren zeigten sich interessiert. „Es ist gut, dass Griechenland hinter dem Privatisierungsprogramm steht. Dabei wird die regionale Nähe von Griechenland und der Türkei eine wichtige Rolle spielen“, so Batu Aksoy, Chef der türkischen Energiefirma Turcas Petrol.

Mit der Werbetour, die noch in anderen Ländern fortgeführt werden soll, will Griechenland in diesem Jahr die Verkäufe kräftig ankurbeln. 2011 konnte der griechische Premier Papademos das Ziel von 5 Milliarden Euro nicht erreichen. Die tatsächlichen Einkünfte durch dei Privatisierungen beliefen sich auf nur 1,6 Milliarden.

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