Attentäter von Toulouse: Afghanischer Geheimdienst hatte Frankreich gewarnt

Seit den frühen Morgenstunden belagern französische Sicherheitskräfte die Wohnung des 24-Jährigen Todesschützen von Toulouse. Für die Öffentlichkeit gestaltet sich das Warten auf die Festnahme zu einer wahren Zerreißprobe. Die neuen Details, die währenddessen ans Licht kommen, zeigen, dass Mohamed Maher kein unbekannter für die französischen Beamten war.

Schon seit über 12 Stunden wird die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters von französischen Sicherheitskräften belagert (beim ersten Versuch der Festnahmen wurden drei Beamte verletzt – mehr hier). Zwischenzeitlicher Gerüchte über eine Festnahme dementierte nun Innenminister Guéant. Weitere Details über das Leben des 24-Jährigen schockieren derweil. Denn der französische Geheimdienst war sich der Gefahr offenbar schon länger bewusst.

Der afghanische Geheimdienst habe, wie BBC berichtet, Frankreich vor dem mutmaßlichen Täter gewarnt. Französischen Berichten zufolge sei mittlerweile klar, dass auch der französische Geheimdienst Mohamed Maher schon lange beobachtet hatte. Allerdings seien bisher nicht genug Beweise vorhanden gewesen, um gegen ihn vorzugehen.

In Afghanistan war der junge Franzose wegen des Baus von Bomben im Gefängnis, konnte aber nach einer Attacke der Taliban 2008 fliehen. Der Direktor des Gefängnisses bestätigte, dass er zu drei Jahren Haft verurteilt war.

Auch in Frankreich ist Mohamed Maher in den vergangenen Jahren wegen Raub und Fahrens ohne Führerschein aufgefallen. Sein Anwalt kenne Maher schon seit acht Jahren. Er sei immer „höflich“ gewesen, berichtet der „Figaro“. Der Blogger von der Seite initiativgruppe.com.wordpress, der schon während des gesamten Tages versucht durch Zusammentragen verschiedener Quellen, ein Profil des Täters zu erstellen, fasst das Leben des Franzosen zusammen: „Eine vaterlose Kindheit. Mutter Algerienfranzösin. Hat nichts mit Islam zu tun (Juden und Muslime in Frankreich halten nach der Tat zusammen – mehr hier). Gehört zu den Jungs, die in Schwierigkeiten geraten. Ein banaler junger Typ.  Hat sich verhärtet. Ging kaum in die Moschee. Beschimpft jetzt bitte nicht die Maghrebiner in Frankreich oder die Muslime!“

 

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