Institut français: Sarkozy und Erdoğan sind Konkurrenten

Während des Arabischen Frühling versuchten sowohl die Türkei als auch Frankreich Einfluss in der Region zu gewinnen. Die Überlegenheit der Türkei in diesem Bereich, sei für Sarkozy nur schwer zu ertragen. Doch er und Erdoğan seien sich viel ähnlicher als die meisten denken, glaubt Dorothée Schmid, Direktorin des Türkei-Programms des Institut français des relations internationales (IFRI).

Dorothée Schmid, Direktorin des Türkei-Programms des Institut français des relations internationales (IFRI) ist der Ansicht, dass die Türkei für Frankreich ein Land ist, mit dem es nur schwer umgehen kann. Der Hürriyet erklärte sie im Interview, dass sich die ewigen Rivalen Sarkozy und Erdoğan viel ähnlicher seien, als die meisten denken. Für Frankreich sei es zudem „unerträglich“ mitanzusehen, was für eine wichtige Rolle die Türkei mittlerweile in der Arabischen Welt spielt.

Sie glaubt nicht, dass Sarkozy, wie viele denken, auf die Türkei fixiert sei. „Er ist nicht von der Türkei besessen, aber er ist negativ eingestellt. Er will seine Meinung nicht ändern. Diese Dinge stehen in seiner Politik fest: Die Türkei ist kein europäisches Land, sie ist nicht wirklich ein einfacher Partner und vor allem auch kein freundlich gesinntes Land“, so Schmid.

Das habe viel mit den beiden Persönlichkeiten Erdoğan und Sarkozy zu tun, die in Konkurrenz zueinander stünden. „Sie haben sich nur selten getroffen und mögen sich nicht. Beide sind sehr autoritär. Sie mögen es, zu zeigen, dass sie der Boss sind. Und sie mögen es, Befehle zu erteilen“, erklärt sie (Sarkozy verlangte kürzlich, Europa müsse seine Einwanderungs-Politik ändern – mehr hier).

Was allerdings sicher sei, sei die Fixierung des französischen Außenministeriums auf die Türkei. Man habe erkannt, welche Rolle die Türkei in ihrer Region spielt und nehme die Türkei in diesem Bereich sehr ernst (viele sind sich sicher, dass die Türkei als Sieger aus dem Arabischen Frühling hervorgegangen sei – mehr hier). Die Türkei sei für das Außenministerium ein „unentbehrlicher Partner“ in der Arabischen Welt.

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