Istanbul: Ausländische Käufer beleben den Immobilienmarkt

Trotz gegenteiliger Prognosen steigen die Immobilienverkäufe in der Türkei wieder. Vor allem Istanbul macht sich dabei jedoch von ausländischen Käufern abhängig. Bei einem Rückgang der Nachfrage steht die Millionenstadt vor einem Problem. Die überteuerten Immobilien würden schnell wieder an Wert verlieren, was an die Immobilienkrise in den USA 2005 bekannt ist.

Die Immobilienverkäufe in Istanbul stiegen im letzten Quartal von 2011 um 31,1 % und im Vergleich zum vergangenen Jahr immer noch um 15,9 %. Die Gesellschaft für Türkische Produzenten von Baumaterial erklärte, dass das vor allem an ausländischen Investoren liege. „Die Projekte, die zum Ziel haben, das Stadtbild zu verändern und die Tatsache, dass Istanbul besonders für ausländische Investoren attraktiv ist und deshalb auch in den Immobilienmarkt investiert wird, heizen den Sektor auf“, heißt es in einem Bericht der Gesellschaft.

Die zurückgehenden Zahlen sprachen zuvor eine andere Sprache. Im Dezember 2011 hatte die Investmentbank Bank of America Merrill Lynch vor Investitionen in türkische Immobilien gewarnt. „Die Nachfrage nach Immobilien wird zurückgehen und damit die Immobilienpreise nach unten treiben, während die Baukosten aufgrund der hohen Inflationsrate weiter steigen“. Für 2012 erwartete die Investmentbank einen Rückgang der Verkäufe um 40 % (die Immobilienblase droht zu platzen – mehr hier).

Entwarnung gibt es trotzdem nicht, denn die leichtfertigen Kreditvergaben der türkischen Banken begünstigen die Verkäufe. Ein Zahlungsausfall der vielen Käufer wäre allerdings verheerenden für die Wirtschaft. Zudem ist der Immobilienmarkt in Istanbul stark von ausländischen Käufern abhängig (manche Viertel sind so beliebt wie noble Londoner und Pariser Stadtteile – mehr hier). Die einheimische Bevölkerung kann sich die hohen Preise nicht mehr leisten. Sobald es zu einem Rückgang der ausländischen Nachfrage käme, gäbe es damit keine Abnehmer mehr.

Istanbul ist mit den steigenden Verkäufen keine Ausnahme in der Türkei. Auch in den östlichen und südöstlichen Provinzen steigt die Zahl der verkauften Objekte. In Erzurum, Erzincan und Bayburt stiegen die Verkäufe 2011 um 30,8 %, während diese in Ağrı, Kars, Iğdır und Ardahan um 24 % stiegen.

In der gesamten Türkei stiegen die Immobilienverkäufe im vierten Quartal von 2011 um 16,8 % im Vergleich zum dritten Quartal, das sind 21.8 % mehr Verkäufe als im Jahr zuvor.
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